Preisgebundener Wohnungsbestand 2017

Der Bericht gibt einen Überblick über die aktuelle Situation des geförderten Wohnungsbestandes in den Gemeinden und Kreisen Nordrhein-Westfalens. Auch die jährlich aktualisierte Modellrechnung zum Auslaufen der Bindungsfristen bzw. des preisgebundenen Mietwohnungsbestandes ist enthalten.

Zum Jahresende 2017 gab es insgesamt 460.700 öffentlich geförderte Mietwohnungen. Das entspricht einem Rückgang zum Vorjahr um rund 6.700 Wohnungen beziehungsweise 1,4 Prozent. Im Vorjahr lag der Rückgang noch bei 9.300 Wohnungen (2,0%). Der Wohnungsbestand mit regulären Bindungen ist deutlicher gesunken als in den Jahren zuvor, während der Bestand von Wohnungen in der Nachwirkungsfrist steigt.

Die Zahl der Wohnungen in der Nachwirkungsfrist ist auf 130.900 (+15,1%) und damit stärker als in den Vorjahren angestiegen (2016: +9,8%, 2015: +8,8%). Für diese Wohnungen wird in spätestens zehn Jahren die Preisbindung ausgelaufen sein. Insgesamt hat sich der Rückgang verlangsamt. Die Entwicklung ist jedoch nur mittelfristig positiv, da sich mittlerweile mehr als ein Viertel des gesamten Bestands in der Nachwirkungsfrist befindet. Spätestens im Jahr 2027 werden diese Wohnungen keine Sozialbindung mehr aufweisen. Auch die guten Förderergebnisse der letzten zwei Jahre werden dieses Defizit nicht gänzlich ausgleichen können. Um die Abgänge annähernd zu kompensieren, muss die Wohnraumförderung auch in den kommenden Jahren mindestens an den Vorjahresniveaus anknüpfen.

Die in diesem Bericht vorgestellte Modellrechnung zeigt, dass der derzeitige preisgebundene  Mietwohnungsbestand bis zum Jahr 2030 um knapp ein Drittel zurückgehen wird. Allerdings sind in dieser Rechnung zukünftige Bewilligungen nicht berücksichtigt. Die Landesregierung hat aktuell entschieden, die Förderung bis zum Jahr 2022 von 800 Mio. Euro auf 1,1 Mrd. Euro zu erhöhen.   Mit diesem Volumen können jährlich mindestens 6.000 Wohnungen gefördert werden. Da diese jedoch nicht genau und gemeindescharf prognostiziert werden können, bleiben sie unberücksichtigt.

Die Zahl wohnungssuchender Haushalte hat sich mit 92.000 (-0,1%) im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Somit hat sich der Trend einer Verringerung von Haushalten, die einen Wohnberechtigungsschein beantragen, nicht fortgesetzt. Die Wohnungsmärkte im preisgebundenen Segment bleiben jedoch angespannt, was sich auch in der Vermittlungsquote widerspiegelt, die mit 42 Prozent ungefähr auf dem Vorjahresniveau verharrt – nicht einmal jeder zweite wohnungssuchende Haushalt hat demnach eine preisgebundene Mietwohnung gefunden beziehungsweise vermittelt bekommen. Besonders niedrige Vermittlungsquoten von rund 20 Prozent weisen auch im Jahr 2017 erneut stark nachgefragte Städte wie Düsseldorf und Köln auf.

Im Rahmen der Kontrolltätigkeit der zuständigen Stellen wurde etwa jede fünfte preisgebundene Mietwohnung kontrolliert. Bei rund 9,7 Prozent (9.800) aller preisgebundenen Mietwohnungen lag ein Verstoß vor. Bei der Hälfte dieser Fälle handelte es sich um einen fehlenden Wohnberechtigungsschein. Der Leerstand bleibt mit 0,6 Prozent am Gesamtbestand konstant niedrig.


abgelegt unter: