Preisgebundener Wohnungsbestand NRW 2014

Entwicklung geförderter Wohnungen in Nordrhein-Westfalen

Zum Jahresende 2014 gab es in Nordrhein-Westfalen rund 597.300 öffentlich geförderte Wohnungen. Der größte Teil davon waren preisgebundene Mietwohnungen (rund 488.900). Damit unterliegt etwa jede zehnte Geschosswohnung im Land einer Mietpreis- und Belegungsbindung.

 

Ihr Anteil ist in den Kommunen jedoch sehr unterschiedlich. Am geringsten ist der Anteil in Städten mit über 500.000 Einwohnern und damit meist dort, wo die Wohnungsmärkte besonders angespannt sind.

Auch 2014 ist der Bestand an preisgebundenen Mietwohnungen gesunken (-2,0%), allerdings hat sich der Rückgang im Vergleich zu den Vorjahren verlangsamt. Ursache dafür ist eine gestiegene Zahl von 4.702 Zugängen durch Baufertigstellungen geförderten Wohnraums (2013: 3.923) bei gleichzeitig einer mit 20.170 gesunkenen Zahl von Abgängen (2013: 20.391). Gegenüber den Vorjahren ist dagegen die Zahl der Wohnungen, für welche die Darlehen vorzeitig getilgt worden sind, wieder angestiegen (13.973 gegenüber 13.578 im Jahr 2013). Diese Wohnungen befinden sich noch bis zu zehn Jahre in der Nachwirkungsfrist bevor ihre Sozialbindung entfällt, derzeit ist das etwa jede fünfte Mietwohnung. Allein dadurch wird der Bestand bis zum Jahr 2024 um rund 20 Prozent zurückgehen. Nach aktueller Vorausschätzung wird der Bestand bis zum Jahr 2030 ohne Berücksichtigung der bis dahin neu geförderten Wohnungen um ein Drittel sinken.

Die Mieten für preisgebundene Wohnungen liegen im Vergleich mit den Marktmieten deutlich im preisgünstigen Segment, definiert als das preisgünstigste Viertel des Angebots. Im Landesdurchschnitt liegt ihre Miete pro Quadratmeter um rund 35 Cent unterhalb des 25er-Perzentils, unter dem 25 Prozent der angebotenen freifinanzierten Wohnungen liegen. In Städten und Kreisen mit angespannten Wohnungsmärkten liegen die preisgebundenen Mieten zum Teil sogar mehr als 1,50 EUR pro Quadratmeter darunter.

Fast die Hälfte der wohnungssuchenden Haushalte sind Einpersonenhaushalte. Diese, wie auch große Haushalte mit vier und mehr Personen, sind dabei überproportional oft wohnungssuchend. Insgesamt ging die Zahl der wohnungssuchenden Haushalte mit 97.602 auch 2014 weiter zurück (2013: 100.178). Entgegen dem Trend fällt es jedoch Alleinstehenden mit Sozialleistungsbezug zunehmend schwerer, sich mit Wohnraum zu versorgen. Die Wohnraumversorgung ist vor allem auf den angespannten Märkten schwierig, sowohl die Fluktuations- als auch die Vermittlungsquote bleibt dort niedrig. Landesweit konnte aber fast jeder zweite wohnungssuchende Haushalt eine preisgebundene Wohnung beziehen. Wichtigster Grund für den angestrebten Wohnungswechsel wohnungssuchender Haushalte bleibt die zu kleine Wohnungsgröße.

Der preisgebundene Mietwohnungsbestand ist weiterhin eine wichtige Säule der Wohnraumversorgung einkommensschwacher Haushalte. Seine sozialpolitische Schutzfunktion wird beim Vergleich mit den Marktmieten besonders deutlich. Auch in Regionen mit ent-spannten Wohnungsmärkten mit ausreichendem Angebot an preisgünstigen Wohnungen im freifinanzierten Segment übernehmen die geförderten Wohnungen eine wichtige Funktion. Über ihre Belegungsbindung eröffnen sie Personen Zugang zu angemessenem Wohnraum, die sich auf dem freien Markt nur schwer selbständig mit Wohnraum versorgen können.

Trotz steigender Bewilligungszahlen wird der preisgebundene Bestand in den kommenden Jahren deutlich zurückgehen. Damit wird es vor allem in den angespannten Märkten für Haushalte der unteren Einkommensgruppen zunehmend schwieriger werden, sich angemessen mit Wohnraum zu versorgen. Wohnungsmarktexperten erwarten für die kommenden Jahre eine zunehmende oder zumindest gleichbleibende Anspannung im preisgünstigen Segment. Hinzu kommt die große Herausforderung, die wachsende Zahl von Flüchtlingen, die zum Teil dauerhaft in Deutschland bleiben werden, mit angemessenem Wohnraum zu versorgen. Sehr viele von ihnen werden nach der Erstunterbringung zunächst auf preiswerten Wohnraum angewiesen sein. Neben der reinen Wohnraumversorgung kommt der Integration in das Wohnquartier eine große Bedeutung zu. Die weitere Steigerung der Zahl neu geförderter Mietwohnungen ist hierfür zwingend notwendig.


Materialien

Preisgebundener Wohnungsbestand 2014 Bericht als PDF-Datei