Wohnungsmarktbericht (Info) NRW 2010

Regionaler Schwerpunkt: Südwestfalen (Kreise Siegen-Wittgenstein, Olpe, Märkischer Kreis). Inhaltsangabe mit Langfassung als PDF-Datei

Die NRW.BANK hat den neuen Wohnungsmarktbericht für NRW veröffentlicht. Neben einem Schlaglicht auf die Entwicklung in ganz NRW enthält das Info ausführliche Analysen für drei südwestfälische Kreise: Siegen-Wittgenstein, Olpe und den Märkischen Kreis.

Einige Stichpunkte:

Der demografische Wandel setzt sich in weiten Teilen Nordrhein-Westfalens mit weiteren Bevölkerungsrückgängen fort, nur noch ein Drittel aller Kommunen kann Wanderungsgewinne verbuchen. Ein historischer Tiefstand der Baufertigstellungen wurde erreicht. Wachstumsinseln sind nur noch Teile der Rheinschiene und des Münsterlandes.

Mit 17,9 Mio. Einwohnern wohnten 2009 in Nordrhein-Westfalen etwa 60.000 Menschen weniger als im Vorjahr (–0,3%). Damit setzt sich der seit dem Jahr 2003 zu beobachtende Rückgang der Bevölkerung weiter fort. Dabei zeigen sich große regionale Unterschiede in der Bevölkerungsentwicklung, die nahezu ausschließlich von den Wanderungssalden ausgelöst werden. Räumlich sind diese Wachstumsinseln in der Rheinschiene und im Münsterland zu verorten, während rückläufige Bevölkerungszahlen im Sauer- und Siegerland, in Ostwestfalen-Lippe und in der Städteregion Ruhr zu beobachten sind. Auch in Zukunft werden Bevölkerungsrückgänge und eine alternde Bevölkerung erwartet, ebenso wie eine Zunahme bei den kleinen Haushalten.

Die Angebotsseite hat, wie in den vergangenen Jahren, auf den nachlassenden Nachfragedruck reagiert: Mit 32.000 Fertigstellungen im Jahr 2009 wurde ein Rekordtief erreicht, das um 3.800 Baufertigstellungen bzw. um 10,6 Prozent niedriger liegt als im Vorjahr. Die Zahl der Baugenehmigungen im Jahr 2009 kündigt eine baukonjunkturelle Wende an: Während noch bis zum Jahr 2008 die Anzahl der Baugenehmigungen beinahe kontinuierlich Jahr für Jahr abgenommen hat, stieg im Jahr 2009 erstmals die Zahl der genehmigten Bauvorhaben gegenüber dem Vorjahr um rund 4,5 Prozent an.

Dass der Wohnungsbau trotz rückläufiger Bevölkerungszahlen eine vergleichsweise stabile Komponente der Baukonjunktur darstellt, ist zum einen auf die Nachfrage nach bestimmten Marktsegmenten wie dem altengerechten Wohnraum zurückzuführen. Zum anderen lassen die äußerst niedrigen Hypothekenzinsen einen Wohnungsneubau finanzierbar erscheinen. Auch die Bereitstellung von Mitteln aus der sozialen Wohnraumförderung des Landes Nordrhein-Westfalen hat die Baukonjunktur belebt: Die Maßnahmen haben insgesamt ein Investitions- und Finanzierungsvolumen von 2,8 Mrd. € ausgelöst. Trotz steigender Förderaktivitäten hat sich der Bestand geförderter Wohnungen in den letzten zehn Jahren deutlich von 1,19 Mio. Wohnungen auf 744.500 Wohnungen verringert.

Die Hauspreise und Mieten belegen das differenziertes Bild der Wohnungsmärkte: Während in einigen Kreisen mit eher unterdurchschnittlichem Mietniveau die Mieten tendenziell sinken, sind in anderen Kommunen auf hohem Niveau Preissteigerungen zu beobachten. Die Angebotspreise für Einfamilienhäuser sind bei den Spitzenreitern Düsseldorf, Bonn und Münster seit 2005 weiter gestiegen.

Wegen der demografischen Entwicklung gewinnt das Thema Bestandsentwicklung in ganz NRW weiter an Bedeutung.

Der Bericht steht hier zum Download zur Verfügung oder kann als Broschüre kostenlos bei der NRW.BANK bestellt werden:
http://www.nrwbank.de/de/corporate/Publikationen/Publikationsinhaltsseiten/publikationen_wohnungsmarktbeobachtung.html