Wohnungsmarktbarometer NRW 2011

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Seit mehr als zehn Jahren befragt die Wohnungsmarktbeobachtung der NRW.BANK Fachleute aus Wohnungswirtschaft, Verwaltung, Wissenschaft und Verbänden zu aktuellen Fragestellungen der Wohnungsmärkte. In dieser Publikation werden Ergebnisse des Wohnungsmarktbarometers und der Wohnungswirtschaftlichen Befragung 2011 dargestellt.

Das Wohnungsmarktbarometer ist eine Befragung von Fachleuten unterschiedlicher Branchen. Es werden Einschätzungen zu aktuellen und zukünftigen Entwicklungen der nordrhein-westfälischen Wohnungsmärkte erhoben. Das Wohnungsmarktbarometer erfasst keine harten Daten, sondern Stimmungen und subjektive Einschätzungen der Fachleute. Im aktuellen Befragungsjahr wurden die Fragen zum Thema „Hartz IV und der Wohnungsmarkt“ erneuert. Insgesamt beteiligten sich rund 200 Wohnungsmarktexperten.

Mit dieser Befragung von Wohnungsunternehmen erhebt die NRW.BANK einmal jährlich Informationen zu wohnungswirtschaftlichen Kennziffern wie Bestand, Mietniveau, Leerstand und Mietrückständen. Erstmalig wurden in der Wohnungswirtschaftlichen Befragung Meinungen hinsichtlich der Auswirkungen des Klimawandels auf die Wohnungsbestände abgefragt. Insgesamt liegen aus der Wohnungswirtschaftlichen Befragung Daten zu 450.000 Wohnungen vor, einem Anteil von 5,2 Prozent am Gesamtwohnungsbestand und einem Anteil von 9,2 Prozent an allen Mietwohnungen.

Anfang der 1990er-Jahre wurde im Auftrag des nordrhein-westfälischen Bauministeriums eine landesweite Wohnungsmarktbeobachtung eingerichtet. Zielsetzung der Wohnungsmarktbeobachtung ist, den Entscheidungsträgern in Politik, Verwaltung und Wohnungswirtschaft eine Grundlage für ihr Handeln am Wohnungsmarkt zur Verfügung zu stellen. Inzwischen haben sich neben der landesweiten auch regionale und kommunale Wohnungsmarktbeobachtungssysteme in Nordrhein-Westfalen unter der Federführung der NRW.BANK etabliert.

Der Indikatorenkatalog der Wohnungsmarktbeobachtung der NRW.BANK greift in weiten Teilen auf Daten der amtlichen Statistik zurück. Zur Wohnsituation privater Haushalte fehlen in der amtlichen Statistik jedoch Zahlen. Auch Daten zu Modernisierungen im Wohnungsbestand liegen nicht vor. Ebenso sind Mietwerte und Daten zur Investitionsneigung nicht oder zumindest nicht flächendeckend verfügbar. Um diese Lücken zu schließen, führt die NRW.BANK eigene Erhebungen durch.

Die Akteure auf den nordrheinwestfälischen Wohnungsmärkten haben mit regional sehr unterschiedlichen Anforderungen umzugehen. Im Spannungsfeld zwischen den angespannten Wohnungsmärkten einiger Großstädte und erheblichen Leerständen in manchen ländlichen Regionen, sehen die Wohnungsmarktexperten in Nordrhein- Westfalen aber auch gemeinsame Themen und Probleme. Die Spuren, die der demografische Wandel bereits auf den Märkten hinterlassen hat, das neue Bewusstsein der Mieter und Eigentümer gegenüber Maßnahmen zur Einsparung von Energie und der Umgang mit Immobilien in Zeiten der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise sind nur einige dieser gemeinsamen Themen. Die Situation auf den Wohnungsmärkten differenziert sich, dem Trend der letzten Jahre entsprechend, weiter aus. Die großen Städte ziehen als Arbeitsplatzmagneten weiter Bevölkerung an, während ländliche Regionen zunehmend von Abwanderung betroffen sind. Und so haben sich die Haushalts- und Bevölkerungsentwicklung und die Bauaktivität in den letzten Jahren synchronisiert. In Regionen mit Bevölkerungszuwächsen herrscht eine deutlich regere Bautätigkeit als in Regionen mit rückläufigen Bevölkerungs- und Haushaltszahlen. Schwer abzuschätzen bleibt die zukünftige Art der Nachfrage nach Wohnraum. Zahlen dazu, wie viele seniorengerechte oder barrierefreie Wohnungen zukünftig tatsächlich nachgefragt werden, liegen bislang nicht vor. Anstellungsverhältnisse mit befristeten Verträgen und die insgesamt unsichere Wirtschaftslage machen altbekannte Wohnbiographien, in denen der Eigentumserwerb mit der Familiengründung einherging, schwieriger. Wie sich die veränderten Bedingungen auf dem Arbeitsmarkt auf den Wohnungsmärkten langfristig auswirken, bleibt zunächst abzuwarten. Zumindest aber auf die Frage zum Umfang der zukünftigen Wohnungsnachfrage und dem damit verbundenen Neubau- und Ersatzbedarf finden neuere Studien Antworten.