Auswertung der Wohngeldstatistik

Teilnehmerumfrage im Forum KomWoB

Liebe Wohnungsmarktbeobachter/innen,

in der AG Methoden ist die Frage aufgekommen, die Daten der Wohngeldstatistik wieder einmal stärker für die Wohnungsmarktbeobachtung auszuwerten. Schließlich machen Wohngeldbezieher in vielen Regionen nach wie vor einen erheblichen Anteil der Nachfrager nach preiswertem Wohnraum aus.

Hierzu haben wir eine Umfrage gestartet. Einige Kommunen aus NRW haben sich daraufhin gemeldet. Hier eine kurze Zusammenfassung

Formales

  • Bei der Erfassung der Wohngeldanträge arbeiten manche Kommunen und Kreise mit eigenen EDV-Lösungen (z.B. Mülheim/Ruhr, Berlin), die meisten aber mit Softwareprodukten gewerblicher Anbieter (z.B. BKA 1 Wohngeld v. Computer Zentrum Strausberg GmbH, oder WG Plus der Fa. Aucoteam)
  • Einige dieser Programme bieten die Möglichkeit statistischer Auswertungen einiger oder aller erfassten Merkmale, andere nicht oder nur sehr eingeschränkt.
  • Die Kommunen und Kreise melden die Daten zur Wohngeld den statist. Landesämtern. In NRW ist das IT NRW. Dort werden die Daten bei der "Wohngeldleitstelle" gesammelt.
  • Die Wohngeldleitstelle gab den Kommunen früher eine standardisierte Auswertungstabelle zurück (Übergabestatistik). Das passiert heute nicht mehr, oder zumindest nicht mehr automatisch, offenbar mangels Nachfrage der Kommunen. Wer Auswertungen möchte, kann sie aber vom Referat 512 "Kinder- und Jugendhilfe, Obdachlosgkeit, Wohngeld" bekommen.
    In der AG Methoden sollten wir überlegen, ob wir nicht eine gemeinsame Datenanforderung entwickeln können.
  • Auf Bundesebene bekommt des BBSR eine Stichprobe mit Einzeldaten zur Auswertung. Die Ergebnisse fließen in den Wohngeld- und Mietenbericht der Bundesregierung und den Wohnungs- und Immobilienmarktbericht des BBSR ein.

Zu den Daten:

Für die Marktbeobachtung interessant und möglich sind Auswertungen nach

  • Art des Wohngelds (Miet- oder Lastenzuschuss)
  • Höhe des Wohngelds. Hier wird nur die Bruttokaltmiete erfasst. Wer die Daten mit Nettokaltmieten aus anderen Quellen vergleichen will, kann von der Bruttokaltmiete den durchschnittlichen Betrag für kalte Nebenkosten aus dem Betriebskostenspiegel des Deutschen Mieterbunds abziehen und so zumindest einen Näherungswert errechnen.
  • Art des Haushalts (Eigentümer in ETW/EFH, Eigentümer in eigenem MFH, Hauptmieter, Untermieter, Heimbewohner etc.)
  • Art der wohngeldberechtigten Person (Selbständig, Beamter, Angesteller, Arbeiter, Rentner, Pensionär, Student, arbeitslos, sonst. Nicht-Erwerbstätiger)
  • Anzahl Haushaltsmitglieder, Anzahl der Kinder (soweit kindergeldberechtigt)
  • Einkommen der wohngeldberechtigten Person und der übrigen Haushaltsmitglieder
  • sonstige Sozialleistungen (Arbeitslosengeld I oder II/Sozialgeld, Sozialhilfe bzw. Grundsicherung, Asylbewerberleistungen etc.
  • Wohnungsfinanzierung (mit öfftl. Mitteln gefördert, frei finanziert)
  • Wohnfläche in qm (nur der tatsächl. vom Wohngeldberechtigten Haushalt genutzte Teil)
  • Seit 2009 wird im Wohngeldverfahren das Baualter der Wohnung nicht mehr erfasst. Analysen der Mieten nach Baualter sind also nicht mehr möglich.
  • Im Datensatz sind Beginn und Ende des Bewilligungszeitraums erfasst, außerdem, ob es sich um eine Erst- oder Weiterbewilligung handelt. Daraus lässt sich offenbar aber nicht ableiten, wie lange INSGESAMT schon Wohngeld bezogen wird (noch zu klären). Auch die Wohndauer wird nicht erfasst. Das wäre ganz interessant, um einen Zusammenhang zwischen Wohn-/Vertragsdauer und Miethöhe herstellen zu können. Möglicherweise hilft ein Abgleich mit dem Einwohnerregister.

 

Weiteres sollten wir in der AG Methoden diskutieren. Bis dahin können Sie Fragen und Anmerkungen richten an: wohnungsmarktbeobachtung@nrwbank.de

 

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