Wohnungsmarktbericht Aachen 2006

Zusammenfassung mit PDF-Langfassung

Kommunale Wohnungsmarktbeobachtung wird in Aachen seit 1998 kontinuierlich mit entsprechenden Berichten dokumentiert. Sie fungiert als Instrument der frühzeitigen Erkennung von Trends und Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt und als Grundlage für die Weiterführung wohnungspolitischer Strategien. So ist beispielsweise aus dem aktuellen Bericht herauszuheben:

  • 2005 steigt die Aachener Bevölkerung auf 259.334 Personen. Gegenüber dem Wert aus 2003 ist dies eine Steigerung um 1.986 Personen. In seiner korrigierten Bevölkerungsprognose 2006 geht das Landesamt für Datenverarbeitung und Statistik (LDS) NRW von einem Bevölkerungsanstieg in Aachen bis zum Jahr 2025 von 9,6 % aus. Die Haushaltszahlen liegen 2005 bei 154.297 und damit nicht unerheblich über dem Wert aus 2004 (145.582 Haushalte). Gründe dafür ist u.a. der anhaltende Trend zu Singlehaushalten und die Umstellung der Berechnungsmethodik durch das LDS im Jahr 2005.
  • Die Arbeitslosenquote lag zum 31.12.2005 für Aachen bei 13,3 %. Sie überstieg damit die Vorjahreswerte erheblich (2004 = 11, 4 %; 2003 = 9,9 %). Bezogen auf die Gesamtbevölkerung erhielten 9,8 % im Jahr 2005 (= 25.470 Personen) staatliche Leistungen (Sozialhilfe, Grundsicherung, Sozialgeld und Arbeitslosengeld II).
  • Die Sparquote ist auf dem Niveau der Vorjahre geblieben. Das verfügbare Einkommen privater Haushalte ist nahezu unverändert. Beides deutet an, dass u.a. dem Wohnungsmarkt keine höheren Finanzmittel zur Befriedigung der Wohnwünsche und -bedürfnisse zur Verfügung stehen.
  • Aufgrund eines sinkenden geförderten Mietwohnungsbestandes und gleich bleibender Anzahl Wohnungssuchender fällt die Belegungsquote auf 81,2. Die Zahl der jährlichen Wohnungswechsel je 1.000 Einwohner (= innerstädtische Umzugshäufigkeit) geht auf 90,3 zurück. Das Verhalten beider Werte weist auf die Anspannung des Wohnungsmarktes hin.
  • Die Leerstandsquote im Gesamtwohnungsbestand liegt mit 3,16 % leicht über den als unbedenklich einzustufenden Wert von 3,00 %. Im geförderten Mietwohnungsbestand steigt sie zum Vorjahr leicht auf 3,54 % an. Dieser Wert kann ebenfalls als unbedenklich eingestuft werden.
  • Der Gesamtwohnungsbestand lag zum 31.12.2005 bei 132.535 Wohnungen (23.651 Einheiten im geförderten Wohnraum; 108.882 im freifinanzierten Wohnraum). Im Jahr 2008 werden 3.000 Wohneinheiten aus dem geförderten Wohnungsbestand wegen auslaufender Bindungen herausfallen; in den nächsten 5 Jahren annähernd 6.000 Wohneinheiten. Diese Wohnungen fehlen dann im Angebot für die berechtigten Personengruppen. Positiv zu sehen ist für Aachen der in 2005 festzustellende Anstieg der Baugenehmigungen mit 526 und der Baufertigstellungen mit 530 Stück. Auf Landesebene gehen die Baugenehmigungs- und Baufertigstellungszahlen weiterhin zurück (teilweise bis - 18,9 %).

 

Alle Akteure am Wohnungsmarkt sind daher gefordert, Alternativen zu schaffen. Dies können u. a. die neuen Fördermöglichkeiten ‘Erwerb von Bindungen’ und ‘mittelbare Belegung’ im Bestand sein. Die anhaltende Arbeitslosigkeit und die demografische Entwicklung in Aachen zeigen in Verbindung mit dem steigenden Wohnflächenverbrauch je Einwohner und Wohneinheit, dass Handlungsbedarf im geförderten und unteren freifinanzierten Preissegment besteht. Weiterhin steigt der Wunsch der Menschen nach neuen, individuellen Wohnformen, wie z.B. das Mehrgenerationenwohnen.

Die Zukunft des Aachener Wohnungsmarktes muss von Politik, Verwaltung und den Wohnungsmarktakteuren im Sinne gemeinsam formulierter Ziele aktiv gestaltet werden. Nur gemeinsam können die Herausforderungen der nächsten Jahre gemeistert werden.

Die Langfassung können Sie als PDF-Datei herunterladen oder - wie auch die anderen Aachener Berichte - gegen eine Schutzgebühr von 7,50 € als Broschüre oder CD-ROM bestellen.

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Josef Hilgers
Fachbereich Wohnungswesen
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