Wohnungsmarktbericht Arnsberg 2009

Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse mit Langfassung zum Download

Wesentliche Trends in Kürze
Der Wohnungsmarkt in der Stadt Arnsberg wird von den allgemeinen demografischen Veränderungen (abnehmende Bevölkerungszahl, mehr Ältere, individuellere Wohn- und Lebensstile) bestimmt. Generell kann er als entspannt bezeichnet werden.
Die leichten Wanderungsgewinne aus der näheren Region können als positives Zeichen des Wohnstandorts Arnsberg gedeutet werden. Aus diesem Zusammenhang gilt es, die regionalen Funktionen Arnsbergs weiter zu stärken.

 

Bautätigkeit

  • Der Trend weg vom Neubau hin zu Bestandsmaßnahmen hat sich weiter verstärkt. Die Altersstruktur des Wohnungsbestandes lässt erkennen, dass auch die kommenden Jahre stark durch Bestandsmaßnahmen geprägt sein werden. Es werden verstärkt Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz der Gebäude hinzukommen. Energieeffizienz wird das bestimmende Thema werden.
  • Durch Investitionen in den Bestand werden Leerstände vermieden und damit ältere Wohnquartiere stabilisiert. Gleichzeitig werden Flächenressourcen geschont.
  • Das allgemein als eher schlecht bewertete Investitionsklima im Neubaubereich wird nach Ansicht von Experten anhalten. Investitionen im Neubau werden voraussichtlich weiter zurückgehen.
  • Auch für die nahe Zukunft prognostizieren die befragten Experten eine eher geringe Nachfrage beim Neubau von Einfamilienhäusern. Es wird eher ein Überangebot an bereits bestehenden Eigenheimen in den großen Stadtteilen erwartet.
  • Die geringe Neubautätigkeit im Mehrfamilienhausbau zugunsten von Bestandsinvestitionen kann mittelfristig zu einem unzureichenden Angebot an modernen und zeitgemäßen Mietwohnungen führen.
  • Durch Ablauf der Bindungsfristen werden die Bestände des sozial geförderten Mietwohnungsbaus abnehmen. Von negativen Folgen ist nicht auszugehen, solange das niedrige Mietpreisniveau bestehen bleibt und die Bestände auch modernisiert werden.

 

Wohnraumangebot

  • Die Struktur der als wohnungssuchend gemeldeten Haushalte zeigt einen Mangel an adäquaten Wohnungen für 1-Personen-Haushalte und Alleinerziehende.
  • Die geringe Anzahl der in den Medien veröffentlichten Angebote bestätigt offenkundig die Schwierigkeiten im Bereich der Wohnungen für Single-Haushalte.
  • Hierdurch sind auch die Umzugsmöglichkeiten von 'Hartz-IV-Single-Haushalte' im preisgünstigen Marktsegment eingeschränkt. Hier ist eine flexible Reaktion des Amtes für Grundsicherung erforderlich.
  • Wegen der höheren Bau- und Betriebskosten und des knappen Angebots werden deshalb die höchsten Durchschnittsmieten im Bereich der 1-Zimmer-Wohnungen erhoben. Die insgesamt große Spannweite der geforderten Mieten deutet auf ein sehr heterogenes, möglicherweise nicht zielgruppenadäquates Angebot hin.
  • Obwohl von Experten in diesem Segment das Defizit bestätigt wird und eine wachsende Nachfrage erwartet wird, ist keine Bautätigkeit feststellbar.
  • Weiterhin weisen die Zeitungsanalyse und das Wohnungsmarkbarometer auf ein für größere Familien mitunter nicht ausreichendes Spektrum von großen, preiswerten Wohnungen mit gutem Ausstattungsstandard in zentralen Lagen hin.

 

Leerstände

  • Die Leerstandsquote nimmt aufgrund des demografischen Wandels insbesondere bei Wohnungsbeständen mit Modernisierungsbedarf und ungünstigem Umfeld zu. Sie liegt bei 7,7 %.
  • Ein vermehrter Abriss von veraltetem, nicht mehr der qualitativen Nachfrage entsprechendem Wohnraum findet im Unterschied zu anderen Städten (noch) nicht statt.

 

Seniorengerechtes Wohnen

  • Die von Experten erwartete hohe Nachfrage nach Wohnungen in Seniorenwohnanlagen in den letzten Jahren hat sich durch das frühzeitige Reagieren in Arnsberg abgeschwächt. Außerhalb solcher Anlagen wird eine wachsende Nachfrage erwartet.
  • Im Bereich der vollstationären Pflege hat sich ein attraktives Angebot entwickelt, das gegenwärtig mit rund 80 stationären Plätzen die Nachfrage übersteigt.

 

Grundstücksmarkt

  • Die Zahl wohnungsbedingter Fortzüge konnte durch die Bereitstellung eines ausreichenden Angebotes an neu erschlossenem Wohnbauland und die Aufbereitung innerstädtischer Brachflächen deutlich eingedämmt werden.
  • Die Grundstückspreise in Arnsberg sind konstant. Das vielfältige Angebot an Baugrundstücken und die Einhaltung der Grundsätze des Bodenmanagements der Stadt Arnsberg bei der Entwicklung von Bauland – z. B. die Grundstückspreise betreffend – sind dafür mit ursächlich.
  • Auch zukünftig wird eine bedarfsgerechte Bereitstellung von Wohnbauland erfolgen. Diese orientiert sich an den Zielen einer nachhaltigen Entwicklung. Der Schwerpunkt der Entwicklung wird dabei in den Zentren liegen.
  • Diese Zielsetzung deckt sich mit der Einschätzung der Experten, die eine stärkere Wohnraumnachfrage in den zentralen Bereichen erwarten.
  • Die Experten räumen kommunalen Steuerungsinstrumenten wie Baulandangebot oder Planungs- und Genehmigungspraxis kaum Einflussmöglichkeiten auf das Investitionsklima ein.

 

Mieten

  • Die Stagnation der Mieten gemäß der Vergleichsmietentabelle lässt den Schluss zu, dass der Wohnungsmarkt in Arnsberg insgesamt entspannt ist.
  • Eine teilweise gegenläufige Entwicklung nach den Preisspiegeln des RDM/ IVD1 , die bei einer Neuvermietung von Wohnungen in den letzten Jahren von steigenden Mieten ausgingen, muss weiter beobachtet werden.