Wohnungsmarktbericht Bochum 2009

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Der 4. Wohnungsmarktbericht der Stadt mit Ergebnissen von Expertenbefragung, Zeitungsanzeigen- und Leerstandsanalyse. Außerdem: umfangreiche kleinräumige Daten einzelner Stadtbezirke, innerstädtische Umzugsraten, und eine Darstellung der wohnungspolitischen Aktivitäten der Stadt.

Wichtige Fakten in Kürze

Die Bevölkerungsentwicklung ist in Bochum seit Mitte der 90er-Jahre rückläufig. Neben Wanderungsverlusten trugen vor allem Sterbeüberschüsse zur Verringe¬rung auf etwa 370.000 Einwohner bei.  Trotz des Bevölkerungsrückgangs ist die Zahl der Haushalte und damit der quantitative Wohnraumbedarf gestiegen. Auch für die Zukunft ist zunächst nicht mit einem Rückgang des Wohnungsbedarfs zu rechnen.

Die Altersstruktur in Bochum entwickelt sich entsprechend dem bundesweiten Trend: Es gibt weniger junge und immer mehr alte Menschen. Dieser demografische Alterungsprozess wird sich auf die qualitative Wohnungsnachfrage auswirken.

 

Die Lebenshaltungskosten sind in Deutschland im Jahr 2008 stärker gestiegen als die verfügbaren Einkommen und haben zu Reallohnverlusten geführt. Die Einkommen der Bochumer Haushalte liegen unter dem Landesdurchschnitt, aber innerhalb der Ruhrgebietsstädte im oberen Mittelfeld.

 

Auf dem Markt für bebaute Grundstücke sind die Preise in den letzten Jahren leicht gesunken. Im regionalen Vergleich belegt Bochum aber immer noch einen der Spitzenplätze. Für Wohnbauland zeigen sich dagegen stabile Preise.

Gegenüber dem kontinuierlichen Rückgang der Bautätigkeit in NRW gibt es in Bochum keine eindeutige Entwicklung. Die Bauintensität ist in 2008 gestiegen, obwohl dieser Indikator in den meisten Ruhrgebietsstädten rückläufig war.

 

Der Wohnungsbestand befindet sich etwa zur Hälfte im Eigentum privater Vermieter. Rund ein Viertel wird von Wohnungsbaugesellschaften vermietet oder befindet sich im Besitz von Genossenschaften. Die restlichen 24 % werden von Eigentümern bewohnt. Der Bestand von Sozialwohnungen ist weiterhin stark rückläufig und beträgt mittlerweile nur noch 9% des gesamten Wohnungsbestands. Auch in Zukunft wird der Anteil weiter abnehmen, da immer mehr Wohnungen aus der Bindung laufen und die Zahl der neu geförderten Mietwohnungen sehr gering ist.

Die Kaltmieten sind in den letzten Jahren stabil geblieben. Gleichzeitig haben sich die Wohnnebenkosten im Jahr 2008 stark verteuert, was vor allem durch den Anstieg der Brennstoffkosten verursacht wurde.

 

Der strukturelle Leerstand von Wohnungen beträgt in Bochum zwischen 2 und 3 %, was als unproblematisch eingeschätzt wird. Bei einer kleinräumigen Betrachtung auf Ebene der Ortsteile zeigen sich sowohl geringere als auch erheblich höhere Werte. Insgesamt gibt es in den nördlichen Stadtteilen höhere Leerstandsquoten als im Süden.

 

Von den im Frühjahr 2009 befragten Experten wird die Lage am Wohnungsmarkt weiterhin als ausgewogen bis entspannt eingeschätzt. Für das preisgebundene Segment wird zukünftig eine angespanntere Marktlage erwartet. Investitionen werden sich laut den Wohnungsmarktexperten vor allem auf Bestandsmaßnahmen konzentrieren.

 

 


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