Wohnungsmarktbericht Bochum 2011

Inhaltsüberblick mit Langfassung als PDF-Datei

Der 5. Wohnungsmarktbericht der Stadt mit Ergebnissen von Expertenbefragung, Zeitungsanzeigen- und Leerstandsanalyse. Außerdem: umfangreiche kleinräumige Daten einzelner Stadtbezirke, innerstädtische Umzugsraten, kleinräumige Eigentumsquoten, Wohnen für Studenten und Universitätsbeschäftigte.

Wichtige Fakten in Kürze

Entwicklung der Bevölkerung und Haushalte

Im Jahre 1990 lebten noch weit über 400.000 Menschen in Bochum. Bis heute verringerte sich die Zahl der Bochumer um rund 76.000 (-17 %) auf heute rund 366.000. Im Jahre 1970 wurden erstmals mehr Sterbefälle als Geburten in Bochum gezählt. Diese Entwicklung hält bis heute an. Allein in den letzten 30 Jahren hat die Stadt durch diese negative Bilanz jährlich rund 1.500 Einwohner verloren.

Die niedrige Geburtenziffer unter Landesdurchschnitt sowie der stetige Rückgang  der Frauen im gebärfähigen Alter machen deutlich, dass eine Trendwende nicht zu erwarten ist. Gleichzeitig steigt durch die höhere Lebenserwartung der Bevölkerung der Anteil älterer Menschen. Zwar nimmt die Bevölkerungsdichte in allen Stadtteilen ab, insgesamt bleibt Bochum aber mit etwa 2.520 Einwohnern pro km² eine der am dichtesten besiedelten Gemeinden in NRW. Mit der geänderten Altersstruktur wird sich die qualitative Wohnungsnachfrage in Zukunft verändern.

Obwohl die Bevölkerungszahl sinkt, bleibt die Zahl der Haushalte in Bochum stabil. Künftig wird aber auch diese abnehmen. Der durchschnittliche Wohnflächenverbrauch je Einwohner ist langfristig ansteigend und auch die Wohnungen werden durchschnittlich größer. Insofern ist für Bochum auch in Zukunft Neubaubedarf festzustellen, dieser ist jedoch nicht quantitativ sondern qualitativ begründet.

 

Den Haushalten steht insgesamt weniger Realeinkommen zur Verfügung. Dabei haben die verfügbaren Einkommen zwar leicht zugenommen, wurden aber durch die allgemein stärker ansteigenden Lebenshaltungskosten wieder aufgezehrt. Bochumer Haushalte verfügen durchschnittlich über etwas weniger Einkommen als die der umliegenden Städte, befinden sich aber im Mittelfeld des gesamten Bundeslandes.

 

 

Rahmenbedingungen

Für ein günstiges Investitionsklima sorgen vor allem Hypothekenzinsen, die 2010 weiter gefallen sind. Im Rahmen der jährlich durchgeführten Befragung der Bochumer Wohnungsmarktexperten (Wohnungsmarktbarometer) wird die Lage auf dem lokalen Wohnungsmarkt aktuell und in den nächsten Jahren als ausgewogen eingeschätzt.

 

Trends auf dem Grundstücks- und Immobilienmarkt

2010 wurden mehr Kaufverträge geschlossen, was sich auf die gestiegene Anzahl von Kauffällen insbesondere im Bereich des Wohneigentums, aber auch für unbebaute Grundstücke zurückführen lässt. Der Wohnbaulandpreis bleibt weiterhin stabil, gleichzeitig vergrößern sich dabei die Preisunterschiede zwischen den einzelnen Stadtteilen.

Insofern steht ein breites Spektrum zur Verfügung, mit dem die unterschiedlichsten Käuferschichten angesprochen werden können. Nach Experteneinschätzung wird allerdings weiterhin bemängelt, dass zu wenig geeignetes Bauland zu angemessenen Preisen verfügbar ist. Für bebaute Grundstücke ist das Bochumer Preisniveau inzwischen im regionalen Vergleich als eher günstig zu bezeichnen, nachdem sich die Wohnungsmärkte der umliegenden Städte unterschiedlich entwickelt haben.

 

Merkmale des Wohnungsangebotes

Langfristig nimmt die Bautätigkeit in NRW ab, konnte sich in diesem Jahr jedoch etwas erholen. In Bochum wird die insgesamt rückläufige Entwicklung bestätigt, allerdings kam es in den letzten zehn Jahren zu starken Schwankungen, so dass kein eindeutiger Trend zu erkennen ist.

Weiterhin ist der Bestand öffentlich geförderter Wohnungen stark rückläufig und liegt bei aktuell 8,7 % aller Bochumer Wohnungen. Dabei kann die leicht angestiegene Neubauförderung den Wegfall von Bindungen nicht annähernd kompensieren.

Die Leerstandsquote aller Wohnungen in Bochum beträgt durchschnittlich 4 %, was weiterhin als unauffällig zu bewerten ist. Auf Stadtteilebene reichen die Werte von 2 bis 7 %.

 

Entwicklung der Mieten

Während die Kaltmieten in Bochum nur moderat anstiegen, haben sich die Wohnnebenkosten in den letzten fünf Jahren stark erhöht. Nachdem der Anstieg durch die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise gedämpft wurde, ist in Zukunft mit erneuten Preisanstiegen insbesondere für Haushaltsenergie zu rechnen.