Wohnungsmarktbarometer Bochum 2006

Zusammenfassung

  • Die aktuelle Bochumer Wohnungsmarktlage wird von den Experten - wie in Vorjahren - in allen Segmenten als entspannt bis ausgewogen bewertet. Die zum Teil große Spannweite der Nennungen macht allerdings deutlich, dass die Akteure die Lage auf dem Wohnungsmarkt unterschiedlich einschätzen.
  • Die Wohnungsmarktlage wird sich kurz- und mittelfristig nur wenig ändern. Vor allem bei den preisgebundenen Wohnungen wird eine Verknappung des Angebotes erwartet, trotzdem bewegen sich diese - wie auch die anderen Teilmärkte - weiterhin im relativ ausgewogenen Bereich.
  • Als Hauptprobleme auf dem Mietwohnungsmarkt werden erneut die steigenden Nebenkosten sowie die Zunahme von “schwierigen” Mietern genannt. Die Baulandpreise im Mietwohnungsbereich werden - seltener als zuletzt - von lediglich fünf Akteuren als zu teuer bemängelt. 
  • Auf dem Eigentumsmarkt werden - allerdings deutlich weniger als im Vorjahr - Baulandpreise sowie die Verfügbarkeit von Bauland thematisiert, gleiches gilt für die mangelnde Zahlungsfähigkeit der Nachfrager.
  • Bei der zielgruppenspezifischen Betrachtung des Teilmarktes “Wohnraum für ältere Menschen” wird die Lage sowohl bei den Eigentumswohnungen als auch im Mietwohnungsbereich überwiegend als angespannt bewertet. Dass die Teilnehmer hier Handlungsbedarfe für die Zukunft sehen, lässt sich auch daran erkennen, dass das Investitionsklima in diesem Segment eher gut bewertet wird.
  • Beim Investitionsklima sind positive Signale erkennbar. Es wird zwar weiterhin tendenziell eher ungünstig bewertet, gegenüber dem Vorjahr aber teilweise deutlich verbessert. Am positivsten wird das Investitionsklima für die Sanierung/Modernisierung der Wohnungsbestände beurteilt. Der Neubau von Eigentumsmaßnahmen
    wird ausgewogen, der von Mietwohnungen dagegen am schlechtesten
    eingeschätzt. Die Teilnehmer erwarten, dass sich diese gegenläufigen Entwicklungen in den nächsten ein bis drei Jahren fortsetzen.
  • Investitionsanreize werden von den Befragten am ehesten in den Finanzierungsbedingungen sowie - mit deutlichem Abstand - dem Infrastrukturangebot in der Stadt Bochum gesehen.
  • Investitionshemmnisse werden dagegen zahlreich genannt. Besonders negativ wirken sich Kosten und Verfügbarkeit von Bauland aus, aber auch die Zahlungsfähigkeit/Einkommensentwicklung sowie Sozialstruktur der Nachfrager.
  • Die Befragung der wohnungswirtschaftlich tätigen Unternehmen lässt erkennen, dass die ehemaligen (bzw. bald nicht mehr gebundenen) Sozialwohnungsbestände in Bochum wirtschaftlich attraktiv sind. Darauf lassen jedenfalls die im Allgemeinen nicht erkennbaren Verkaufsabsichten sowie vielfach geplante oder bereits durchgeführte Modernisierungsmaßnahmen schließen.
  • Aussagen über beabsichtigte Mieterhöhungen und Veränderungen der Mieterstrukturen lassen allerdings vermuten, dass der Zugang für wohnungssuchende Haushalte mit niedrigen Einkommen schon bald erschwert sein könnte.
  • Im intraregionalen Vergleich des Modellversuchs “Östliches Ruhrgebiet” werden die Bochumer Teilmärkte eher durchschnittlich bewertet. Zwar stellt sich z.B. das Wohnangebot für Familien gegenüber der Befragung in 2004 leicht verbessert dar - fällt aber im Vergleich zum Meinungsbild für die Gesamtregion ab. Insofern signalisiert das Befragungsergebnis weiterhin Handlungsbedarf für die Bochumer Wohnungsmarktakteure.
  • Die Marktlage bei den Mietwohnungen ist auch nach Erkenntnissen der Zeitungsanalyse als entspannt zu interpretieren. Dabei hat sich das Mietniveau der ausgewerteten Angebote in den letzten Jahren relativ stabil entwickelt. Von der Arbeitsmarktreform ausgehende Auswirkungen sind zwar noch nicht festzustellen, für die Zukunft jedoch nicht auszuschließen. Es bleibt abzuwarten, inwieweit sich die ausgesprochenen Umzugsaufforderungen insbesondere auf das derzeit noch als sehr entspannt zu bezeichnende Segment der (preisgünstigen) Kleinwohnungen auswirken werden.