Wohnungsmarktbericht Bochum 2005

Zusammenfassung

Die Bochumer Bevölkerungszahl geht weiter zurück, auch wenn aufgrund der Einführung der Zweitwohnsitzsteuer im Jahre 2004 Vergleiche mit Vorjahreswerten unmittelbar nicht mehr möglich sind (vgl. “Vorbemerkung” in Kapitel 4.1). Gleichwohl bleibt die Zahl der Haushalte stabil. Die durchschnittliche Haushaltsgröße beträgt zur Zeit exakt zwei Personen.

  • Geburtendefizite tragen deutlich mehr zum Rückgang der Bevölkerung bei als Wanderungsverluste. Allerdings führt auch der Einwohneraustausch mit den Nachbargemeinden meist zu negativen Salden, die künftig - anders als in der Vergangenheit - möglicherweise nicht mehr durch entsprechende Gewinne bei den Fernwanderungen ausgeglichen werden können.
  • Mit über 2.600 Einwohnern je qkm ist die Bevölkerungsdichte weiterhin eine der höchsten - bundesweit, aber auch innerhalb des Ballungsraumes Metropole Ruhr.
  • Die Bautätigkeit stabilisiert sich auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Positive Signale gehen dabei vor allem vom individuellen Wohnungsbau aus. Der Wohnungsbestand nimmt - aufgrund bisher nur unwesentlicher Rückbauprozesse - weiter zu.
  • Der Sozialwohnungsbestand reduziert sich weiter. Versorgungsengpässe sind bisher zwar noch nicht zu spüren, für die Zukunft aber nicht auszuschließen. 
  • Die Durchschnittspreise für Wohnbauland sind stabil geblieben bzw. liegen unter den Höchstwerten der Jahre 2000 und 2001. Gleichwohl sind die Preise in den meisten Nachbargemeinden niedriger.
  • Die durchschnittlichen Baupreise für Eigenheime und Wohnungseigentum sind weitgehend stabil geblieben, bei den Reihenhäusern sogar leicht gesunken. Im Vergleich mit den Umlandgemeinden liegen die Kaufpreise im Mittelfeld, Eigentumswohnungen kann man in Bochum sogar am günstigsten erwerben.
  • Die für eine Versorgung nachfrageschwacher Bevölkerungsgruppen wesentlichen Sozialindikatoren (Ausländeranteil, Sozialhilfe- und Arbeitslosenquote) verlaufen in Bochum relativ konstant, für den Bereich der Arbeitslosenquote jedoch auf hohem Niveau. Aufgrund der allgemeinen Konjunkturentwicklung sind Verbesserungen für die (nahe) Zukunft nicht wahrscheinlich.
  • Im Rahmen der Zeitungsanalyse wurden im Frühjahr 2005 im Anzeigenmarkt für Mietwohnungen 7 x mehr Angebote als Gesuche gezählt. Die dabei ermittelten durchschnittlichen Mietkosten sind seit 2003 nahezu unverändert, so dass keine Signale erkennbar sind, die auf eine weitere Entspannung auf dem Mietwohnungsmarkt hinweisen. Allerdings liegen die Mieten in Bochum im regionalen Vergleich im oberen Bereich.
  • Die Experten bewerten in der Befragung im Frühjahr 2005 die Wohnungsteilmärkte in Bochum weiterhin als überwiegend ausgewogen bis entspannt. Änderungen für die nähere Zukunft werden nicht erwartet. Vor allem im Mietwohnungsbau wird trotz günstiger Finanzierungsbedingungen und des guten Infrastrukturangebotes unserer Stadt -das Investitionsklima sehr schlecht bewertet.