Wohnungsmarktbericht Bottrop 2003

Zusammenfassung mit Langfassung als PDF-Datei

Nachfragefaktoren

Die Wohnbevölkerung ist in den Jahren 2001 (121.170) und 2002 (121.173) konstant geblieben. Die Entwicklung der Wohnbevölkerung verlief in den vergangenen Jahren bis auf kleine Abweichungen steigend. Abwanderungen waren daher kein Problem. Betrachtet man die Altersstruktur der Bevölkerung, so ist ein Alterungsprozess spürbar.

Die Arbeitslosenquote in Bottrop stieg 2002 im Verhältnis zum Vorjahr um einen Prozentpunkt an. Die Arbeitslosenquote liegt damit weiterhin im oberen Drittel der Revierstädte. Die Anzahl der Sozialhilfeempfänger stieg im Jahre 2002 im Vergleich zu 2001 an.

Die Zahl der wohnungssuchenden Haushalte für den Bereich der sozialen Wohnraumförderung erhöhte sich von 2001 bis 2002 geringfügig von 909 auf 918 Haushalte.

Angebotsfaktoren

Der Hypothekenzinssatz im Jahr 2002 ging im Verhältnis zum Vorjahr noch einmal leicht zurück. Bei den Bodenpreisen für Wohnbauflächen ist sowohl im Bereich des individuellen Wohnungsbaus als auch im Bereich des Geschosswohnungsbaus eine Stagnation zu verzeichnen.

Baugenehmigungen und Baufertigstellungen sind insgesamt gesehen rückläufig. Die Zahl der Baufertigstellungen aller Wohnungstypen sank 2002 im Vergleich zum Vorjahr um 38,8 %. Die Gesamtzahl der Kaufverträge auf dem Grundstücksmarkt ist im Jahre 2002 gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen. Dabei war im Eigentumssektor eine deutliche Zunahme, im Teilmarkt Mietwohnungen ein starkes Absinken zu verzeichnen.

Im Jahre 2002 wurden insgesamt 101 mit öffentlichen Mitteln geförderte Wohnungen fertiggestellt; der Bestand an Sozialwohnungen blieb konstant. Mittelfristig vermindert sich jedoch der Bestand an öffentlich geförderten Wohnungen durch das Auslaufen von Mietpreis- und Belegungsbindungen: Insbesondere im Jahr 2008 verlieren über 1.000 Wohnungen die Eigenschaft "öffentlich gefördert". Der sprunghafte Anstieg dieses Jahres zu den Vor- und Folgejahren ist auf die Rückzahlung der Darlehen einer Wohnungsbaugesellschaft für einen Großteil ihres Wohnungsbestandes zurückzuführen.

Auf der anderen Seite hat die Zahl der einkommensschwachen Haushalte deutlich zugenommen. Dies führt zu einer stärkeren Konzentration dieser Haushalte in den noch belegungsgebundenen Sozialwohnungsbeständen. Dies lässt nicht den Rückschluss auf einen entspannten Wohnungsmarkt in den preisgünstigen Marktteilbereichen zu. Auch der insgesamt abnehmende Bestand an Sozialwohnungen widerspricht einer beginnenden Entspannung in diesem Marktsegment.

Ausblick

Eine hinreichend sichere Prognose über die Entwicklung des Wohnungsmarktes in Bottrop abzugeben ist äußerst schwierig. Die in diesem Bericht prognostizierte Entwicklung der Wohnbevölkerung geht von einer Stagnation aus. Fragt man dann nach dem künftigen Wohnungsbedarf, so ist die zu erwartende künftige Entwicklung der Haushalte von großer Bedeutung. Allgemein wird für die Zukunft eine immer kleiner werdende Haushaltsgröße vorausgesagt. Es werden daher in den nächsten Jahren zusätzliche Haushalte mit entsprechendem Wohnbedarf entstehen. Zur Erhöhung des Wohnbedarfs wird auch die zu erwartende Erhöhung des Wohnflächenkonsums beitragen.

Aufgabe muss es sein, den Wohnstandort Bottrop für die Zukunft zu sichern. Das bedeutet, attraktiven Wohnraum zu fördern, der qualitativ hochwertig und künftig dauerhaft belegbar ist. Dabei wird auch zusätzlicher Wohnraum notwendig sein, um die prognostizierte Einwohnerentwicklung zu gewährleisten.

Der vorhandene Wohnraum muss qualitativ verbessert werden. Dies ist im Vergangenheitszeitraum bereits in großem Umfang geschehen, wie es das Beispiel der Gartenstadt Welheim zeigt. In nächster Zukunft werden im Ortsteil Welheimer Mark massive Qualitätserhöhungen durch Um- und Ausbaumaßnahmen und Modernisierung des vorhandenen Wohnungsbestandes erfolgen.

Insgesamt gesehen ist eine weitere Qualitätsstandarderhöhung des vorhandenen Wohnungsbestandes unumgänglich. Im Hinblick auf zu erwartende Bedarfe aufgrund von Änderungen der Wohngewohnheiten wird ein Teil der vorhandenen Wohnungen z.B. ohne Veränderungen der Wohnungszuschnitte dauerhaft nicht vermietbar bleiben.

Bei der Veränderung der Standards vorhandener Bausubstanz ist auch die eintretende Veränderung der Altersstrukturen der Wohnbevölkerung zu berücksichtigen. Die Schaffung seniorengerechter Wohnungen bzw. der Umbau von Bausubstanzen für Senioren wird dabei im Vordergrund stehen. In diesem Bereich wird es auch wichtig sein, diese Wohnungen mit einem entsprechenden Serviceangebot zu koppeln.

Für die Sicherung und Weiterentwicklung des Wohnstandortes Bottrop ist es auch äußerst wichtig, die Freizeitwerte der Stadt zu erhalten und zu verbessern. Auch müssen die Wohnquartiere mit einem entsprechenden Wohnumfeld versehen sein. Naturnähe und Sicherheit werden dabei Hauptkriterien sein. Bei der Planung neuer Wohngebiete ist auf die Vielfalt möglicher Wohnformen mit entsprechender Infrastruktur zu achten.