Wohnbericht Duisburg 2011

Zusammenfassung mit Langfassung als PDF-Datei

Der Wohnbericht spiegelt die Leistungen des Amtes für Soziales und Wohnen wider und gibt zudem einen Einblick in die aktuelle Wohnungsmarktlage. Die verwendeten Zeiträume schließen an den Wohnbericht 2009 an und bilden die Jahre 2009 und 2010 ab.

Titelthema

Das Titelthema befasst sich in diesem Jahr mit einer Baumaßnahme der GEBAG Duisburger Baugesellschaft mbH in Duisburg Duissern. Dort ist es allen Beteiligten gelungen ein Quartier wohnungswirtschaftlich und städtebaulich nachhaltig aufzustellen.

Schwerpunkt Leerstandsanalyse

Die Leerstandsanalyse gibt einen Überblick über den Wohnungsleerstand in Duisburg, dem Leerstand auf Bezirksebene bis hinunter auf die Ortsteilebene. Sie gibt einen Hinweis auf die Analysemethoden und beschreibt die verschiedenen Leerstandsarten. Die Analyse stellt Leerstandsschwerpunkte vor und beschreibt die Auswirkungen von Leerständen im Stadtgebiet.

Neu eingefügt das Wohnungsmarktbarometer und die Einzeleinschätzung „Zehn Fragen zum Immobilienmarkt“.

Das Wohnungsmarktbarometer erscheint zum ersten Mal im Duisburger Wohnbericht und ergänzt die deskriptive Analyse um ein Stimmungsbild von Wohnungsmarktexperten. Darunter Wohnungsunternehmen, Wohnungsverwalter, Mietervereine, Makler etc. Bei den „Zehn Fragen zum Immobilienmarkt“ werden bei einem Marktteilnehmer zusätzlich Erfahrungswerte und Erkenntnisse aus dem laufenden Geschäft erfragt.

Gastbeitrag „Klimaschutz durch Energieeinsparung im Gebäudebestand“ des Amtes für Umwelt und Grün.

Der diesjährige Gastbeitrag kommt vom Amt für Umwelt und Grün und beschäftigt sich mit der Energieeinsparung im Wohnungsbestand.

Rahmendaten

Wohnungsbestand

  • Der Wohnungsbestand ( 262.734) steigt weiter bei gleichzeitig abnehmender Haushaltezahl (243.571). Rechnerischer Überhang an Wohnungen von 19.000 WE in 2010.
  • Leerstandsquote von 5,3% (14.047) bei Leerstand ab 3 Monate. Bezirke Hamborn, Meiderich Beeck und Mitte höchste Leerstände.
  • Sozialwohnungsbestand 25.787 sinkt weiter und wird sich bis 2025 nochmals halbieren.
  • Über 90 % der Duisburger Wohnungen bestehen aus 3 und mehr Räumen.
  • 75 % der Duisburger Wohnungen befinden sich in Häusern, die älter als 40 Jahre sind und vor der ersten Wärmeschutzverordnung errichtet worden sind.D.h. nicht, dass alle dieser Wohnungen schlecht seien, sondern, dass zumindest ein großer Teil dieser Wohnungen nicht mehr den energetischen Anforderungen entspricht noch die Anforderungen an eine älter werdende Gesellschaft erfüllt. Auch die überproportional vorhandenen Wohnungen mit 3 und mehr Räumen entsprechen nicht mehr den Lebensstilen.
     

Wohnraumförderung

Die Förderkontingente aus 2009 (ca. 7 Mio Euro) und 2010 ( 9,3 Mio Euro) wurden voll ausgeschöpft. Nach wie vor bedienen sich Bauherren jedoch am freien Kapitalmarkt. Baugeld ist dort billig und ohne Bindungen zu haben.

Wohnungsangebote

Das Mietwohnungsangebot wird durch Zeitungsauswertungen erfasst. Der größte Anteil bezieht sich auf 2,5 und 3,5 Raumwohnungen. Wohnungen gibt es in allen Preisklassen unabhängig von der Größe. Generell nimmt das Angebot in Zeitungen ab.

Wohngeld

Die Ausgaben sind seit der Wohngeldreform in 2008 permanent gestiegen. In 2010 erreichten Sie mit 10,59 Mio. Euro ihren Höchststand.
81% der Wohngeldempfänger sind Rentner (47%) und Erwerbsfähige (34%). Die Bezirke Mitte, Hamborn, Meiderich-Beeck und Rheinhausen sind am stärksten betroffen.

Wanderungsverluste und natürlicher Bevölkerungssaldo

Der natürliche Wanderungssaldo ist immer noch der beherrschende Faktor in Duisburg. Es wird immer noch mehr gestorben als neue Erdenbürger in Duisburg hinzukommen.

Beim Wanderungssaldo, also dem Unterschied zwischen Zu- und Abwanderung konnte in 2009 noch ein positiver Saldo errechnet werden. In 2010 rutschte der Saldo hingegen ins Negative. Positiv waren die Stadtbezirke Meiderich- Beeck, Mitte und Süd. Während ersterer Hamborn verdrängt hat sind Mitte und Süd als Zuzugsstandorte nach 2009 auch in 2010 positiv.

In der Addition des Wanderungs- und des natürlichen Wanderungssaldos bleibt Duisburg unverändert negativ.

Umzüge

Die innerstädtische Umzugsquote liegt bei 8,5% und spricht für einen entspannten Markt.

Bei den Umzügen in die Nachbargemeinden bleibt der Kreis Wesel Zielgebiet Nr.1. Einzig einen positiven Saldo erreichen wir bei der Stadt Düsseldorf.

Nachfragesituation

Gefragt sind 2-3 Raumwohnungen. Kleine Wohnungen sollen mindestens zwei Zimmer haben. Häufig gesucht wurde auch das Mieteinfamilienhaus.

Wie schon im Bericht 2009 ist der gefragteste Bezirk Duisburg Mitte. Insbesondere die Ortsteile Neudorf und Duissern sind im Fokus der Wohnungssuchenden, die über das Internet suchen.

WBS und Nachfrage

Die Zahl der registrierten Wohnungssuchenden nimmt weiter ab, die Versorgungsquote lag in 2009 bei 72% und stieg in 2010 auf 74 %.

Einerseits zeigt sich auch hier der entspannte Wohnungsmarkt. Dennoch bleibt ein großer Teil von Menschen, die nicht auf dem Wohnungsmarkt konkurrieren können. Antragsteller sind Alleinerziehende und kinderreiche Familien mit jeweils 98%, ausländische Arbeitnehmer mit 97% und Minderverdienende mit 92%.