Masterplan Wohnen Hagen (2006)

InWIS-Gutachten zum Hagener Wohnungsmarkt mit Handlungsempfehlungen. Zusammenfassung mit PDF-Datei

Hintergrund

(Textbausteine von Website der Stadt und aus dem Masterplan)

In den letzten Jahren haben sich aufgrund des demografischen und des gesellschaftlichen Wandels (Stichwort „Wertewandel“) immer kleinere Zielgruppen mit speziellen Anforderungen an das Gut „Wohnen“ herauskristallisiert. Auch die Beschaffenheit bzw. das Ambiente der Wohnumgebung – des unmittelbaren Wohnquartiers und des Stadtteils – spielen eine immer größere Rolle. Im diesem Zuge schließen sich Angebotsüberhänge auf dem einen und hohe Nachfrage auf einem anderen Teilmarkt nicht mehr aus. Verschiebungen ergeben sich auch in den Segmenten Wohnen im Eigentum und Wohnen zur Miete.

Der Hagener Wohnungsmarkt befindet sich grundsätzlich in einer schwierigen Situation.
Seit Jahren anhaltende Wanderungsverluste, Sterbefallüberschüsse in Folge niedriger Geburtenzahlen und damit einhergehende deutliche Bevölkerungsrückgänge haben bereits zu wahrnehmbaren Leerständen auf dem Wohnungsmarkt geführt. Eine Trendumkehr ist nicht in Sicht, vielmehr wird der demographische Wandel zu einer Verschärfung der Problematik führen. Zudem ist Hagen – wie die gesamte Region – durch den Strukturwandel ökonomisch erheblich unter Druck geraten. Hagen steht vor der Aufgabe, sich aktiv mit dem wirtschaftlichen, sozialen und demographischen Wandel auseinanderzusetzen und zukunftsweisende Perspektiven für die Stadt zu entwickeln.

Die Stadt Hagen und die Hagener Wohnungsunternehmen haben daher gemeinsam die sozialen und demografischen Veränderungen zum Anlass genommen, sich im Rahmen der Erstellung eines „Masterplans Wohnen“ ein Bild über die Stärken und Schwächen des Hagener Wohnungsmarktes zu verschaffen. Der Masterplan soll die Schwerpunkte einer zukunftsgerichteten Wohnsiedlungsflächen- und Wohnungspolitik in quantitativer und qualitativer Hinsicht vorgeben.

Der Masterplan analysiert den Hagener Wohnungsmarkt und zeigt zu erwartende Entwicklungen dieses Marktes, aber auch der Stadt im Allgemeinen auf. Neben den üblichen Wohnungsmarktindikatoren werden insbesondere analysiert:

  • die Pendler- und Wanderungsverflechtungen
  • die Bevölkerungsstruktur und ihre zukünftige Entwicklung
  • die zukünftige Wohnungsnachfrage (Wohnungsbedarfsprognose)
  • die Wohnqualitäten und Defizite der einzelnen Stadtteile  (InWiS-Stadtteilranking) und ihre Eignung für verschiedene Nachfragergruppen (InWiS-Zielgruppenanalyse)


Auf dieser Basis entwickelt der Masterplan Empfehlungen für die relevanten Handlungsfelder:

  • Gesamtmarkt, Infrastruktur
  • soziale Wohnraumförderung
  • Eigentumsbildung
  • Wohnbaulandpolitik
  • Wohnen im Alter


Diese Handlungsempfehlungen richten sich sowohl an die kommunalen Akteure als auch die Akteure des Wohnungs- und Immobilienmarktes, denn gerade vor dem Hintergrund stagnierender bis rückläufiger Bevölkerungszahlen und leerer öffentlicher Kassen wird es immer wichtiger, dass die beteiligten Akteure hierzu gemeinsame Vorstellungen entwickeln, Aktivitäten planen und ihre Investitionen bündeln.