Wohnungsmarktbericht Hagen 2003

Zusammenfassung

Allgemeine Situation und Trends in der Zusammenfassung

Entwicklung der Bevölkerung und der Haushaltszahlen

Seit längerem sind für Hagen Bevölkerungsverluste zu registrieren. Nach den vorliegenden Prognosen wird die Einwohnerzahl auch in den nächsten Jahren zurückgehen. Zählte Hagen 1990 noch rd. 216.000 Einwohner so waren es Ende 2001 nur noch rd. 204.000. Der Wanderungsverlust an die Hagener Umlandgemeinden betrug in diesem Zeitraum 4.647 Personen.
Die Anzahl nachgefragter Wohnungen hängt jedoch nicht primär von der Bevölkerungsentwicklung, sondern von der Entwicklung privater Haushalte ab. Diese sind nach der erstmalig 1998 durchgeführten Haushaltsgenerierung von 96.050 auf 94.200 (-1,8%) zurückgegangen.

Rahmenbedingungen für die Schaffung von Wohnraum

Die finanziellen Rahmenbedingungen für den Wohnungsneubau,
insbesondere

  • das niedrige Niveau für Hypothekenzinsen,
  • die stabilen Baukosten

sind nach wie vor äußerst günstig. Im Vergleich zu ausgewählten kreisfreien und den umliegenden kreisangehörigen Städten hat Hagen sowohl für den Geschosswohnungsbau als auch für Ein- bzw. Zweifamilienhäuser günstige Baulandpreise.

Bestand und Neubau

Das Wohnungsangebot hat sich gegenüber dem letzten Jahr geringfügig auf 1.368 Wohnungen erhöht. Der Neubau von rund 4.300 Wohnungen in den letzten Jahren hat dazu geführt, dass mittlerweile in fast allen Teilmärkten eine ausgeglichene bzw. entspannte Marktlage besteht.

Im Gegensatz zum Neubau von Familienheimen bewegt sich der im Geschosswohnungsbau auf einem sehr niedrigem Niveau. Damit reagieren die Investoren auf die durch Einwohnerwohnerrückgang, Mieterverhalten u.a. problematische Situation am Mietwohnungsmarkt. Immerhin sind 2002 267 frei finanzierte Wohnungen fertiggestellt worden - gegenüber nur 57 Wohnungen im Vorjahr.

Wohneigentum

Der Neubau von Familienheimen ist gegenüber den beiden vergangenen Jahren noch einmal kräftig angestiegen.

Nachdem in den letzten Jahren immer weniger Eigentumswohnungen erworben wurden, ist in 2002 erstmalig wieder die Anzahl der Käufe gestiegen. Es muss jedoch bezweifelt werden, dass diese Entwicklung dauerhaft ist. Vielmehr ist anzunehmen, dass sowohl die angestiegene Bautätigkeit im Familienheimbereich als auch die Käufe von Eigentumswohnungen auf die noch bestehende steuerliche Förderung zurückgehen.

Preisgünstiger Wohnraum

Der Bestand an Sozialwohnungen hat sich in den letzten 10 Jahren von rund 24.300 auf 13.900 Wohneinheiten verringert. Bis zum Jahre 2010 wird er noch um weitere 6.250 Wohneinheiten schrumpfen. Da der Mietwohnungsbau sehr zurückgegangen ist und sich kurz- und mittelfristig auf einem sehr niedrigen Niveau bewegen dürfte, werden möglicherweise einkommensschwache Haushalte, wenn auch nicht zur Zeit aber mittelfristig, Schwierigkeiten bekommen, sich am Wohnungsmarkt mit preiswertem
Wohnraum zu versorgen.

Förderung des sozialen Mietwohnungsbaus

Die Fertigstellungsergebnisse hatten, nachdem sie zwischen 1998 und 2000 sehr zurückgingen, zunächst wieder ein Niveau wie in den besten Förderjahren 1993/94 erreicht. Im Jahr 2002 ist die Förderung, auch weil sich die ehemaligen gemeinnützigen Wohnungsunternehmen aus dem Neubau von Mietwohnungen zurückgezogen haben, völlig weggebrochen.

Wohnbauflächenpotentiale

In Baulücken und Bebauungsplangebieten bzw. im Zusammenhang von bebauten Ortsteilen könnten rein rechnerisch 6.100 neue Wohnungen gebaut werden. Mit der Aufstellung eines neuen Flächennutzungsplanes soll darüber hinaus der Nachfrage nach Wohnbauflächen in unterschiedlichen Preislagen, mit qualitativ hoher Wohn- und Lebensqualität und im Grünen entsprochen werden, womit auch der Abwanderung ins Umland begegnet werden soll.

 


Materialien