Preiswerter Wohnraum in Köln (2009)

Eine Analyse der Ist-Situation und Abschätzung künftiger Trends und Bedarfe. Kölner Statistische Nachrichten 6/2009.

 

Zusammenfassung:

Die vorgelegten Analysen ergeben, dass der Sozialwohnungsbestand weiter abschmilzt und dass der Bedarf an preiswertem Wohnraum in Köln weiter hoch sein wird. Die Schere zwischen dem geringeren Angebot und einem hohen Bedarf wird sich demnach weiter öffnen. Eine Vielzahl von Indikatoren deutet zudem auf einen Nachholbedarf hin. Mit den bisherigen Maßnahmen der Stadt Köln ist die Zielzahl von 1.000 neuen Sozialwohnungen im Jahr nicht erreicht worden. Um den Sozialwohnungsbestand auf dem Status Quo zu halten, müssten im jährlichen Mittel aber ungefähr 1.300 Wohneinheiten geschaffen werden. Dies käme einer Verdopplung der Bautätigkeit in diesem Segment gegenüber der Entwicklung in den letzten Jahren gleich.

Gegen die Festlegung einer Zielzahl in dieser Größenordnung spricht, dass die Zielzahl realistisch sein muss. Aufgrund der starken Abhängigkeit der Investitionstätigkeit von steuer- und förderpolitischen Rahmenbedingungen, die vom Bund bzw. Land gesetzt werden, und vor dem Hintergrund der zeitverzögerten Wirkung von Investitionsanreizen ist der Handlungsspielraum der Stadt sehr stark eingeschränkt. Gewissermaßen befinden sich die Kommunen in einem Dilemma zwischen dem vor Ort virulent werdenden Handlungsbedarf und den begrenzten Handlungsmöglichkeiten.

... setzt sich die Stadt Köln die Förderung und Schaffung von mindestens 1.000 Sozialmietwohnungen jährlich zum Ziel.
Eine Umkehr des Trends eines abschmelzenden Sozialwohnungsbestands ist derzeit nicht realistisch. Vielmehr wird es darum gehen, die Entwicklung künftig zu bremsen.