Generationswechsel in älteren Ein- und Zweifamilienhausgebieten in Köln

Kölner Statistische Nachrichten 2/2012. Untersuchung im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes Wohnen. Bearb.: Büro Quaestio, Bonn. Zusammenfassung mit pdf-Datei

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Seit den 60er Jahren entstanden auch in Köln viele Ein- und Zweifamilienhaus-Siedlungen. Mit zunehmendem Alter der Bewohner werden diese Immobilien nun oder in in naher Zukunft auf den Markt kommen. In vielen Regionen mit rückläufiger Bevölkerungs- und Nachfrageentwicklung ist das bekanntermaßen schon heute ein Problem. Aber wie sieht es in der Wachstumsregion Köln aus?

Zusammen mit dem Büro Quaestio aus Bonn hat das Kölner Amt für Stadtentwicklung und Statistik dazu nun eine Studie angefertigt und vorgestellt.

Rund 400 Eigenheime werden jedes Jahr in Köln durch einen solchen, alterungsbedingten Eigentümerwechsel frei. Bis 2014 sollen es 550, bis 2030 sogar bis zu 950 Immobilien werden, die zukünftig auf diesem Weg neu genutzt oder dem Markt zur Verfügung bereit gestellt werden. Zwischen 2010 und 2030 kommen so rund 14.500 Ein- und Zweifamilien-Häuser zusammen, schätzen die Auguren. Folglich wird das Angebot solcher Gebrauchtimmobilien deutlich zulegen. In den Stadtteilen Höhenhaus, Dellbrück, Longerich und Rodenkirchen werden besonders viele dieser gebrauchten Eigenheime auf den Markt kommen.

Dass diese Fluktuation, die auf die normale und übliche Fluktuation am Immobilienmarkt aufgerechnet werden muss, dem angespannten Kölner Wohnungsmarkt auch Gutes tut, steht für die Experten der Studie fest. Sie sorgt dafür, dass Immobiliensuchende passgenaue Angebote innerhalb der Kölner Stadtgrenzen finden. Die Untersuchung ergab nämlich auch, dass diese Familien sonst einen Wohnstandort außerhalb Kölns gesucht hätten. Hauptzielgruppe dieser neu auf den Markt kommenden Eigenheime werden überdies durch Familien mit kleinen Kindern nachgefragt. Damit sorgt der demografische Wandel auch für eine demografische und soziale Durchmischung der alten Einfamilienhaus-Siedlungen. Angesichts eines erwarteten Anstiegs bis 2030 auf bis zu 1,1 Millionen Einwohner dürfte aber auch dieser Effekt, selbst entsprechender Verdichtung, alleine nicht ausreichen, den Wohnungsdruck abzufedern.