Wohnungsmarktbericht Krefeld 2005

Zusammenfassung und Download-Möglichkeit

Kurzer Überblick über die Marktsituation

Dieser dritte Bericht beschreibt die aktuellen Wohnungsmarktentwicklungen für Krefeld. Er will damit einen Beitrag zur Transparenz in einem sich zunehmend aufgliedernden Markt leisten. Die Akteure des Wohnungsmarktes benötigen für ein vorausschauendes Handeln in einem mal von Angebots-, mal von Nachfrageüberhängen geprägten Markt rechtzeitige und verlässliche Informationen.

Im Jahre 2005 leben in Krefeld ca. 238.000 Einwohner in mehr als 115.000 Haushalten. Für diese stehen gut 120.000 Wohnungen zur Verfügung.
Grundstücksmarkt & Finanzierung

Die Preise am Grundstücksmarkt zeigen bei sinkendem Umsatz eine leicht sinkende Tendenz. Es steht ausreichend Bauland zur Verfügung. Da auch die Darlehenszinsen auf sehr niedrigem Niveau verharren und die Preise im Umland in Bewegung sind, sind die dem Wohnungsmarkt vorgelagerten Rahmenbedingungen als günstig einzustufen.


Wohnungsangebot

  • Das Wohnungsangebot ist vielfältig. Die durchschnittliche Wohnungsgröße liegt heute bei 78,5 m².
  • Die Wachstumsraten für Wohnungsneubau sinken in jedem Jahrzehnt seit 1950. Ca. 65 % aller Wohnungen stammen aus den Jahren vor 1970. 31,6 % aller Wohnungen Krefelds werden von ihren Eigentümern selbst bewohnt. Der Bestand an Sozialwohnungen geht weiter zurück. Im Neubau ist er praktisch zum Erliegen gekommen.
  • Die Bautätigkeit ist nach 913 Fertigstellungen im Jahre 2003 auf nur 458 in 2004 gesunken. Im Geschosswohnungsbau wurden nur 100 Wohnungen errichtet.
  • Das Investitionsklima ist nach Meinung der von der Stadt befragten Experten im Eigenheimbau leicht verbessert und wird wie bei Bestandsmaßnahmen eingeschätzt. Die weit überwiegende Zahl der Experten geht davon aus, dass sich das Investitionsklima im Wohnungsmarktbereich insgesamt in den nächsten Jahren nur geringfügig verbessert.

Erneut wurde für den Bericht eine Auswertung von Zeitungsinseraten vorgenommen, die das aktuelle verfügbare Wohnungsangebot widerspiegeln.

  • Zwei Drittel aller Vermittlungen erfolgte durch den Privatvermieter, knapp ein Viertel aller Inserate durch Makler.
  • Die angebotenen Wohnungen (ohne Häuser, meist freifinanzierte) hatten eine durchschnittliche Größe von gut 70 m². 1.040 der ca. 1.200 ausgewerteten Angeboten hatten drei oder weniger Zimmer.
  • Die durchschnittliche Nettokaltmiete sank im Frühjahr 2005 leicht auf 5,65 €. Die Mieten für Sozialwohnungen liegen mit durchschnittlich 4,42 €/m² deutlich darunter und diejenigen für Wohnungen mit gehobener Ausstattung (ohne Häuser) mit 6,40 €/m² deutlich darüber.

Nachfrage

Die Nachfrage veränderte sich 2004 nur geringfügig:

  • Mit dem Trends zu kleineren Haushalten stieg bei stagnierender Bevölkerung die Zahl der Haushalte um 0,2 %. 
  • Bei der Wohnungssuche stellt die Stadtgrenze keine Barriere dar. Allerdings haben sich die Wanderungsverluste gegenüber dem Kreis Viersen verringert. Der 5-Jahres-Durchschnitt der Wanderungsverluste an den Kreis Viersen sinkt von 606 auf 445 Einwohner.
  • Der erneute Rückgang der Zahl der Wohnungssuchenden weist auf anhaltende Entspannung hin. Auf dem Mietwohnungsmarkt sind die drei wichtigsten Probleme:
    (1) immer mehr "schwierige Mieter" (wg. ihres Verhaltens als Mieter / Mitbewohner)
    (2) steigende Nebenkosten
    (3) Einkommenssituation der Wohnungssuchenden / Mieter (Geringverdiener, Erwerbslose o. ä.) .

Marktanspannung

Die Indikatoren der Marktanspannung wie Mieten und Umzugstätigkeit wiesen auf Entspannung hin, was durch die Zeitungsauswertung und die Experteneinschätzung (Wohnungsmarktbarometer) bestätigt wird.

  • Der sehr niedrige Quotient aus Mietgesuchen und -angeboten von 0,03 in der Zeitungsanalyse spricht insgesamt für eine entspannte Lage auf dem Mietwohnungsmarkt.
  • Die aktuelle Marktlage ist nach Meinung der 39 befragten Krefelder Wohnungsmarktexperten in allen Marktsegmenten (Eigenheim, Eigentumswohnung, alle Preissegmente bei Mietwohnungen) entspannt, teilweise sogar sehr entspannt (am entspanntesten im Segment Eigentumswohnungen). Die Lage hat sich seit Herbst 2004 kaum verändert und wird dies auch in den nächsten beiden Jahren kaum tun.