Wohnungsmarktbericht Krefeld 2008

Kurzfassung mit PDF-Datei

Auf einen Blick

  • Der 6. Wohnungsmarktbericht enthält erstmals einen Blick in die Krefelder Stadtteile und –quartiere. Gut ein Viertel aller Wohnungen liegt in guten oder sehr guten Lagen.
  • Das Kaufinteresse ist 2007 gegenüber dem Vorjahr angestiegen. Die Preise waren stabil. In der Käufergunst machten Ein- und Zweifamilienhäuser 31 % des Kaufinteresses aus; dabei entfielen 41 % der Fälle auf Reihenhäuser, 32 % auf Doppelhaushälften und 27 % auf freistehende Häuser.
  • Das Zinsniveau ist in 2007/08 gering angestiegen, es ermöglicht immer noch eine gute Baufinanzierung. Das für das Bauen günstige Zinsniveau reichte generell nicht zur Stimulation der Bautätigkeit in Krefeld. Es bleibt jetzt besonders abzuwarten, welche weiteren Konsequenzen sich aus der Finanzkrise für den Wohnungsmarkt ergeben.
  • Krefeld ist Teil des Niederrheins. Die Preise sind auch im regionalen Vergleich stabil. Krefeld bleibt konkurrenzfähig. Unter www.krefeld.de ist ein Spezialportal für den „Umzug nach Krefeld“ eingerichtet.
  • Mit der Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe wurde die Sozialgesetzgebung grundlegend reformiert. Der unterstützte Personenkreis erhält die Kosten der Unterkunft erstattet. Die Kosten trägt die Stadt Krefeld. Zum 30.06.2008 wohnen in Krefeld 14.794 Bedarfsgemeinschaften, die diese Leistungen erhalten. Das sind gut 12 % aller Krefelder Haushalte. Die gute Konjunktur hat keine Verringerung dieser Zahl mit sich gebracht.
  • 2007 war die Einwohnerentwicklung stabil. Bezogen auf den ganzen Niederrhein ist Krefeld im zweiten Jahr Zuzugsgebiet. Das bedeutet, dass mehr Niederrheiner nach Krefeld gezogen sind als Krefelder in die entsprechenden Städte und Kreise fortgezogen sind.
  • Der Wohnflächenverbrauch ist in 2007 leicht gestiegen; 40,8 m² entfielen in 2007 durchschnittlich auf jede Person und 78,9 m² war die durchschnittliche Wohnung groß.
  • Durch sinkende Arbeitslosenzahlen ziehen die Einkommensindikatoren ebenfalls an. Die Tarifabschlüsse ziehen erst in 2008 an. Das verfügbare Einkommen ist in Krefeld ein wenig stärker gestiegen als im Landesdurchschnitt. Andererseits engen steigende Mietnebenkosten die Mieterhöhungsspielräume ein.
  • Die innerstädtische Umzugsrate ist auf 6,2 umziehende Personen je Einwohner gefallen. Das waren absolut nur noch 15.000 Einwohner. Bei durchschnittlich 2 Personen pro Haushalt wurden in 2007 auch ca. 15.000 Wohnungen renoviert oder saniert – jeweils eine, aus der weggezogen wird, und eine, in die eingezogen wird.
  • Weniger Umzüge bedeuten weniger Mietpreisangebote. Die Analyse der Zeitungsannoncen ergibt, dass die Mieten im Herbst 2008 gegenüber 2007 leicht rückläufig sind. 50 % aller Mietpreisangebote waren nicht höher als 5,48 Euro je m² nach 5,54 Euro je m² im Vorjahresherbst. 10 % aller Angebote lagen bei Mietangeboten bis 4,50 Euro je m² und die 90 %-Grenze lag bei 6,75 Euro je m². Wie in den Vorjahren dominierten bei den angebotenen Wohnungen 2- und 3-Raum-Wohnungen. Mitunter ist es daher schwierig, eine große oder sehr kleine Wohnung zu finden.
  • Die Wohnungsnebenkosten sind auch in 2007 deutlich gestiegen. Die Werte für 2008 werden noch einmal darüber liegen. Diese belasten auch nach Auffassung der Wohnungsmarktexperten die Vermietungssituation.
  • Die Wohnungsmarktexperten halten den Krefelder Wohnungsmarkt – aus der Sicht der Nachfrager betrachtet – für entspannt. Die geringe Bautätigkeit führe zu neuen Lücken und Problemen: Mangel an großen Wohnungen, Mangel an barrierefreien Wohnungen und energetisch zukunftsweisenden Wohnungen.
  • Das Investitionsklima ist unverändert vor allem im Neubau und Mietwohnungsbau schlecht. Perspektivisch erwarten die Wohnungsmarktexperten allenfalls im Bestandsbereich Besserung.
  • Zweidrittel der Experten geben an, dass sich die Nachfrage nach Singlewohnungen, nach barrierefreiem Wohnen für die Altersgruppe 55+ und das Servicewohnen für Senioren eher zentrums- als stadtteilorientiert äußert.