Wohnungsmarktbericht Lünen 2004

Kurzfassung des Berichts mit Langfassung als PDF-Datei

Langfristiges Ziel der kontinuierlichen kommunalen Wohnungsmarktbeobachtung ist es, dem zyklischen Auf und Ab des Marktes mit Angebots- und Nachfrageüberhängen entgegenzuwirken. Über die Herstellung einer erhöhten Markttransparenz und einer frühzeitigen Bereitstellung von Informationen ist sie in der Lage, in der Art eines Frühwarnsystems zur Verstetigung des Wohnungsbaus beizutragen. Wohnpolitik muss auf alle sozialen Schichten und Einkommensverhältnisse ausgerichtet sein. Ihre neues gesetzliches Ziel ist es, die Benachteiligten – Sozialhilfeempfänger, Alleinerziehende, Schwangere, Behinderte u.ä. – mit Wohnraum zu versorgen.
 

Wohnungsnachfrage
Die Bevölkerung geht nach Jahren des kontinuierlichen Anstiegs seit 1997 geringfügig zurück. 1999 war ein Zuwachs zu verzeichnen, ab dem Jahr 2000 sankt die Zahl wieder minimal. Die durchschnittliche Haushaltsgröße nimmt kontinuierlich ab. Bestand 1997 ein Haushalt noch aus durchschnittlich 2,18 Personen (in NRW 2,19) waren es 2001 nur noch 2,08 Personen (in NRW 2,15). Der Trend zur Haushaltsverkleinerung hält weiter an; 2002 betrug die durchschnittliche Haushaltsgröße nur noch 2,06 Personen, im Jahr 2003 noch 2,03 Personen (in NRW 2,14/2002 und 2,14/2003).

Folgende Gründe bewirken langfristig einen gesteigerten Wohnflächenverbrauch:

  • die frühzeitige Haushaltsgründung
  • die Zunahme der 1-Personen-Haushalte
  • die Zunahme der Alleinerziehenden
  • die Unternutzung großflächiger Wohnungen bei Auszug oder Tod eines Partners
  • die demografische Entwicklung

Die Arbeitslosenzahlen sind kontinuierlich angestiegen. Betrug die Zahl der Arbeitslosen in Lünen im Dezember 2002 noch 5.902 Personen (Kreis Unna 21.970), so waren es im September 2003 bereits 5.971 (Kreis Unna 22.624), im Dezember 2003 - 6.173 (Kreis Unna 23.283), im Februar 2004 - 6.521 (Kreis Unna 24.390) und im Juli 2004 - 6.531 Personen (Kreis Unna 24.556).

Die Zahl der wohnungssuchenden Haushalte ist gegenüber 2002 weiter zurückgegangen. Ende 1998 suchten noch 1.032 Haushalte eine öffentlich geförderte Wohnung. Die niedrige Zahl der Wohnungssuchenden 2000 mit 709, 2001 mit 635, 2002 mit 755 und 2003 mit 693 ist auch auf die hohe Zahl der vermittelten Haushalte - 260/ 39,4%, 484/ 68,3%, 333/52,4 % bzw. 491/ 65,0% - wohnungssuchende Haushalte konnten in Sozialwohnungen vermittelt werden - zurückzuführen.

Die Zahl der innerstädtischen Umzüge als ein Indikator für Anspannung bzw. Entspannung ist 1998 gegenüber dem Vorjahr um 624 Personen angestiegen, im Jahr 1999 gegenüber dem Vorjahr um 122 Personen, im Jahr 2000 um 224 Personen und im Jahr 2001 um 1.093 Personen zurückgegangen. Im Jahr 2002 sind wieder 660 Personen und im Jahr 2003 noch 61 Personen mehr im Vergleich zum Vorjahr im Stadtgebiet umgezogen.
 

Bautätigkeit

Der Zinssatz für Hypotheken sank im Jahre 1998 weiter, 1999/2000 stieg er geringfügig wieder an, 2001/2002/2003 sank er wieder: Stand August 1998 – 10 Jahre fest - = 5,81 %, Stand August 1999 – 10 Jahre fest - = 6,20 %, Stand August 2000 – 10 Jahre fest - = 6,69 %, Stand August 2001 – 10 Jahre fest - = 6,13 %, Stand August 2002 – 10 Jahre fest - = 5,84 %, Stand August 2003 – 10 Jahre fest - = 4,91 % (August 2004 – 4,99%).

Die Grundstückspreise sind im Vergleich zum Vorjahr im Jahre 2003 um 5,7 % angestiegen. Der Durchschnittspreis in Lünen befindet sich seit 1995 auf relativ gleichbleibendem Niveau mit leicht steigender Tendenz. Die Gesamtzahl der Kauffälle auf dem Grundstücksmarkt war im Jahr 1997 leicht rückläufig, stieg in 1998 wieder an. Dieser Trend setzte sich in 1999 und 2002 fort. In den Jahren 2000/2001/2003 war die Anzahl der Kauffälle wieder leicht rückläufig. 1997 = 663, 1998 = 756, 1999 = 914, 2000 = 723, 2001 = 616, 2002 = 635, 2003 = 602 Kauffälle (die Zahlen für 1997 und 1998 wurden im 1999er Grundstücksmarktbericht des Gutachterauschusses verändert).

Die Zahl der fertig gestellten Wohnungen ist 1997 gegenüber 1996 um 27,8 % gesunken, 1998 aber im Vergleich zum Vorjahr um 10,4 % gestiegen. In den Jahren 1999 bis 2002 ergaben sich wieder Rückgänge um 22 %/10 %/9 %/4 %. Im Jahr 2003 ist die Zahl der fertig gestellten Wohnungen um 23,3 % gestiegen. Die Anzahl der Baugenehmigungen für Wohnungen ist 1997 gegenüber 1996 zurückgegangen. Im Jahre 2000 sind die Baugenehmigungen um 31,7 % gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen. 2001 erfolgte eine Steigerung von 0,6 %, 2002 ein minus von 38,3 % und 2003 wieder ein plus von 24,8%.
 

Mieten

Nach einer Auswertung der Wfa stiegen die Mieten im öffentlich geförderten Wohnungsbestand im Jahr 2002 von 3,56 €/m² auf 4,02 €/m² an. In Lünen lagen die Mieten im Durchschnitt bei 3,97 €/m². Im Jahr 2003 lagen die Mieten im öffentlich geförderten Wohnungsbestand (einschl. Neubauten bis 2002) bei 4,06 €/m². Die Mietspiegelwerte (Mittelwert) haben sich gegenüber dem Vorjahr nur in den Baujahren ab 1966 um 0,15 €, ab 1976 um 0,05 € und ab 1985 um 0,05 € verändert. Die Neubauten ab 1995 sind mit 7,00 € unverändert.


Sozialer Wohnungsbestand

Der Anteil der geförderten Wohnungen in der Nachwirkungsfrist stieg 1999 um 225 (Zugang 323, Abgang 98). Im Jahr 2000 sank der Anteil um 42 Wohnungen (Zug. 30, Abg. 72), 2001 stieg der Anteil enorm um 508 Wohnungen (Zug. 591, Abg. 83). Der Anteil sank wieder im Jahr 2002 um 108 Wohnungen (Zug. 105, Abg. 213) und 2003 sogar um 1.173 Wohnungen (Zug. 84, Abg. 1.257).

Für den Bereich der öffentlich geförderten Wohnungen kann besonders wegen des in den nächsten Jahren verstärkt eintretenden Ablaufes von Zweckbindungen k e i n e Entspannung am Wohnungsmarkt festgestellt werden. Hier wird eine weitere Förderung erforderlich sein, um den (wachsenden) Bevölkerungsschichten mit geringem Einkommen preisgünstige Wohnungen beschaffen zu können.

 

 


Materialien