Handlungskonzept Wohnen Mülheim an der Ruhr (2012)

Inhaltsübersicht des InWIS-Gutachtens für die Stadt mit PDF-Langfassung

 

Zusammen mit dem Institut für Wohnungswesen, Immobilienwirtschaft, Stadt- und Regionalentwicklung (InWIS) hat die Stadt Mülheim an der Ruhr ein „Handlungskonzept Wohnen“ erstellt.
Hier folgt ein kurzer Überblick auf Basis von Vorwort und Einleitung, die Langfassung ist unten als PDF-Datei angehängt.

Zweck

Das kommunale Handlungskonzept es stellt zum einen die bisherige Entwicklung der Nachfrage, des Angebots- und der Preisentwicklung in verschiedenen Segmenten und räumlichen Einheiten dar. Es ist damit Grundlage für die zukünftige strategische Ausrichtung der kommunalen Wohnungspolitik.
Das Gutachten zeigt über die reine Analyse hinaus aber auch Handlungsbedarfe in bestimmten Themenfeldern und Quartieren auf. Damit kann es auch Ausgangspunkt dafür sein, sich gemeinsam mit den Akteuren der Wohnungswirtschaft vorausschauend auf die zukünftigen wohnungs- und stadtentwicklungspolitischen Aufgaben vorzubereiten und entsprechende Strategien und Maßnahmen abzustimmen. Auch für die Akquisition von Mitteln aus der Wohnraumförderung wird einem vorhandenen kommunalen Handlungskonzept Wohnen ein hoher Stellenwert beigemessen.

Inhalte

Mehrere Themen sind Gegenstand des Handlungskonzeptes Wohnen:

  • Welcher Wohnungsbedarf wird sich in Mülheim an der Ruhr und den städtischen Teilräumen entwickeln, welche Szenarien und Entwicklungspfade sind realistisch?
  • Welche Nachfrage nach Wohnraum wird sich zukünftig entwickeln, d. h., welche Zielgruppenanteile werden wachsen oder schrumpfen? Welche Wohnwünsche besitzen sie und welche Wohnungen fragen sie nach? Mit welchen Wohntrends ist zu rechnen, z. B. beim Wohnen im Alter oder dem Familienwohnen? Wie entwickeln sich die Wohnwünsche im Verhältnis von Miete und Eigentum? Wie werden sich die Eigentumsnachfrage und die Nachfrage nach Mietwohnungen entwickeln?
  • Welche Produktempfehlungen lassen sich aus den Nachfrageveränderungen für ableiten? Welche Wohnformen, Wohnungsgrößen, Ausstattungsstandards, Preisniveaus usw. werden überwiegend gefragt werden? Welche Angebote im Mietwohnungs- und Wohneigentumssektor sind am örtlichen Wohnungsmarkt noch zu entwickeln?
  • Wie ist der vorhandene Wohnungsbestand zu erneuern und zu qualifizieren? Welche Wohnungstypen sollten umgebaut oder vom Markt genommen werden, um den sich verändernden Wohnbedürfnissen Rechnung zu tragen? Welche Erneuerungsmaßnahmen sind vorrangig durchzuführen? Wo sind auch in räumlicher Hinsicht Schwerpunkte zu setzen? Welche Strategien und Instrumente sind einzusetzen?
  • Wie sind die Wohnstandortqualitäten der Wohnquartiere zu bewerten, welche Stärken und Schwächen bestehen und wie sind die Stadtteile als Wohnstandorte zu stärken? Wie ist insbesondere das Wohnen in der Mülheimer Innenstadt nachhaltig weiterzuentwickeln? Wie kann die Zusammenarbeit mit den Wohnungsanbietern gestaltet werden, welche Förderprogramme könnten eingesetzt werden?
  • Wie ist die Situation in der sozialen Wohnraumversorgung derzeit und zukünftig zu bewerten? Welche Wohnungsangebote fehlen am Markt und sind durch Kooperationen oder Neubau neu zu entwickeln?
  • In welchem Umfang und für welche Wohnungsangebote bzw. Zielgruppen werden bis zum Jahr 2025 Wohnbauflächen benötigt? Reichen die bestehenden Flächenpotenziale aus, um den Bedarf zu decken? In welchem Umfang und nach welchen Kriterien wären evtl. zusätzliche Wohnbauflächen auszuweisen?
  • Wie können die lokale Wohnungspolitik und die Wohnraumversorgung nachhaltig gesteuert werden, welches Konzept der Zielüberprüfung und Neujustierung und welches Monitoring sind hierfür zu empfehlen?

Grundlagen

Das Konzept stützt sich auf folgende Grundlagen:

1. Erkenntnisse zum Wohnungsmarkt wie bspw.

  • diverse kommunale Statistiken
  • die kommunale Wohnungsleerstandsuntersuchung,
  • die Ergebnisse der repräsentativen Bürgerumfrage (2001 und 2007),
  • weitere Daten, z.B. die Kommunalprofile der NRW.BANK, den örtlichen Grundstücksmarktbericht und Daten von BORIS.NRW die Preisspiegel des IvD, das Memorandum Mülheimer Innenstadt,
  • Expertengespräche mit Vertretern der großen Wohnungsunternehmen und -genossenschaften, der Fachplanungen der kommunalen Verwaltung, des Gutachterausschusses, des Quartiersmanagements Eppinghofen, Maklern, Finanzierungsinstituten und Haus&Grund zu Marktsituationen und -trends, Wohnpräferenzen, Stärken und Schwächen des Wohnungsmarktes sowie Handlungsbedarf.
  • eine Auswertung von rd. 14.000 Wohnungsannoncen aus den Jahren 2006 bis 2010, die über die Internetplattform ImmobilienScout24 in Mülheim an der Ruhr offeriert wurden. Die Angebote enthalten Informationen zur Wohnungs-/ Grundstücksgröße, zu Ausstattungsniveaus, zu Wohnformen und Wohnlagen, zum Baualter und dem Angebotspreis sowie zum Interesse der Nachfrager an den betreffenden Objekten.

2. konzeptionellen Arbeiten zum Wohnungsmarkt und Stadtentwicklung wie

  • FNP/RFNP,
  • Ruhrbania,
  • Kinder-, jugend- und familienfreundliche Stadt,
  • Teilraumplanungen (Qualitätsoffensive Innenstadt, integrierte Handlungskonzepte Innenstadt und Saarn),
  • bisherige Gutachten sowie bisherige Strategien und Projekte in der Wohnungspolitik und Stadtentwicklung (Verabschiedung des neuen Mietspiegels 2012, Baulückenkataster, 100-Häuser-Programm, Modernisierungsförderung von Altenwohn- und Pflegeheimen, Wohn- und Seniorenberatung usw.)

 


 


Materialien