Wohnungsmarktbericht Münster 2001

Zusammenfassung mit PDF-Dateien

 

Kurzdarstellung der Wohnungsmarktsituation

Mit rund 280.000 Einwohnern ist Münster solitäres Oberzentrum für ein Einzugsgebiet mit ca. 1,2 Millionen Einwohnern. Die kreisfreie Stadt Münster ist u.a. bekannt als Universitätsstadt und Verwaltungsstandort. Als Sitz zahlreicher Behörden und Gerichte, überregionaler Banken und Versicherungen, wissenschaftlicher Institute und Einrichtungen und als Standort für viele Wirtschafts- und Berufsverbände wird die Stadt vom Dienstleistungssektor stark geprägt.

Zu den umliegenden Gemeinden bestehen durch wohnstandortbezogene Wanderungen und Pendlerbewegungen enge Verflechtungen. Innerhalb der Stadtregion vollzieht sich ein intensiver Austauschprozess, in dem die Stadt Münster kontinuierlich Einwohner an die Umlandgemeinden verliert. Obwohl abgewanderte Haushalte die Stadt als Wohnstandort grundsätzlich schätzen, suchen Familien, Paare und Singles nach geeigneteren Wohnalternativen im Umland. Dabei lockt nicht nur der Wunsch nach realisierbarem Eigentum (32,9 %). Die Stadtregion ist zugleich Adresse für Haushalte, die Mieter bleiben und dort offensichtlich passendere Angebote finden. Persönliche (36 %) und berufliche (18 %) Gründe sowie der Wunsch im Grünen zu wohnen (23 %) zählen zu den Hauptmotiven der Wegziehenden aus Münster.

Die Zahl der wohnberechtigten Bevölkerung wächst leicht und bleibt mit 279.489 (31.12.2002) weiterhin stabil. Neben Familien mit Kindern werden künftig Senioren und junge Erwachsene stärker als bisher als Nachfrager nach Wohnraum auftreten. Qualitative Kriterien bei der Angebotsauswahl gewinnen dabei zunehmend an Bedeutung.

Mit der Ausweitung des Wohnungsbestandes auf 141.369 Wohnungen bis Ende 2002 hat sich die allgemeine Situation auf dem Wohnungsmarkt in Münster nachhaltig verbessert. Eine entspannte Lage findet sich jedoch nicht in allen Teilmärkten. Die anhaltend hohe Zahl an registrierten wohnungssuchenden Haushalten (§ 9 WoFG) stagniert mit 2.524 weiter auf hohem Niveau (31.12.2002). Gleichzeitig nimmt das Angebot an Wohnungen, für die eine Mietpreis- und Belegungsbindung gilt, stetig ab. Der Anteil am gesamten Wohnungsbestand beträgt Ende 2002 mit rund 12.200 Wohnungen noch ca. 9 %. Vor allem für Ein- und Zweipersonenhaushalte bleibt es schwer, eine angemessene Wohnung auf diesem Teilmarkt zu finden.

Mit 10.112 Personen stieg die durchschnittliche Arbeitslosenquote auf 7,3 % (Vorjahr 2001: 6,7 %). Ein Ende der Talfahrt ist aufgrund der gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht in Sicht. Aktuelle Reformansätze und Diskussionen um drohende Standortverlagerungen in Münster ansässiger Behörden könnten die Lage auf dem Arbeitsmarkt weiter verschärfen. Die Gesamtausgaben für Sozialhilfe sind im Jahr 2002 gegenüber dem Vorjahr um 5,3 % auf 52,7 Mio. Euro gestiegen. Am 31.12.2002 erhielten (in 5.725 Fällen) insgesamt 11.057 Personen laufende Sozialhilfeleistungen.

Neben steigenden Verbraucherpreisen für die Lebenshaltung fallen für die Haushalte in Münster künftig deutliche Kostensteigerungen für das Gut "Wohnen" an. Im Bereich der Nebenkosten führt ab 2003 eine Anhebung der Müllgebühren (+ 60 %) und Abwasserkosten (+ 1,7 %) zu einem deutlichen Anstieg der Gesamtkosten.

Die Bautätigkeit ist im Jahr 2002 drastisch zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr wurden mit 732 Wohnungen 57 % weniger Bauvorhaben fertiggestellt. Erstmals überwog dabei der Anteil fertiggestellter Ein- und Zweifamilienhäuser.

Das städtische Baulandprogramm sieht mit geplanten Flächenaktivierungen zur Errichtung von insgesamt rund 4.400 Wohnungen bis zum Jahr 2005 weitere Entwicklungspotenziale vor, die vorrangig für den individuellen Wohnungsbau (3.260 Wohnungen) vorgesehen sind. Bei rückläufigen Umsätzen auf dem Teilmarkt baureifer Grundstücke (insgesamt 172 Kauffälle) bleibt die Stadt Münster mit abnehmender Tendenz auch im Jahr 2002 hier der größte (anteilig 34 %, Vorjahr 2001: 53 % ) und im Vergleich mit Privaten der günstigere Anbieter. Grundstücksverkäufe für den Geschosswohnungsbau verharren wie im Vorjahr auf niedrigem Niveau ( 14 Kauffälle). Während die Preise für baureife Grundstücke für den individuellen Wohnungsbau gegenüber 2001 im Mittel um 2 % gestiegen sind, wurden neu errichtete Eigentumswohnungen 3,5 % billiger veräußert als im Vorjahr. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen verzeichnet deutliche Zuwächse: 2002 wurden rund 270 Verträge mehr geschlossen als im Vorjahr. Neue Eigentumswohnungen kosteten im Schnitt 3,5 Prozent weniger als 2001, gebrauchte Wohnungen dagegen 3 Prozent mehr.

Die Konditionen für Baugeld bewegen sich auf historisch niedrigem Niveau und bleiben mit einem durchschnittlichen Hypothekenzinssatz von derzeit 4,77 % (Stand Juni 2003) für einen Zehn-Jahres-Kredit äußerst günstig.