Wohnungsmarktbericht Paderborn 2009

Inhaltsüberblick mit Bericht als PDF-Datei

Inhaltsüberblick

In dem neuen Marktbericht, der im Rahmen des Wohnraumversorgungskonzeptes der Stadt Paderborn entstanden ist, sind die aktuellen Ergebnisse der Wohnungsmarktbeobachtung zusammengefasst.

Neben der Auswertung der für den Paderborner Markt aussagekräftigen Statistiken enthält der Bericht auch die Ergebnisse der Zeitungsanzeigenauswertung sowie kleinräumige Marktinformationen über die Paderborner Sozialräume.

Die Ergebnisse in Kürze:

Bevölkerung

  • Paderborn hat seit Jahren eine steigende Wohnbevölkerung zu verzeichnen. Aktuell wohnen mehr als 143.079 Menschen (Stand Dezember 2009) mit Hauptwohnsitz in Paderborn. Paderborn ist eine der wenigen Großstädte in Nordrhein-Westfalen, die noch ein natürliches Bevölkerungswachstum zu verzeichnen hat
  • Die Paderborner Bevölkerung ist im Vergleich zum Landesdurchschnitt wesentlich jünger. Der prozentuale Anteil der jüngeren Einwohner/innen wird jedoch zukünftig trotz eines erwarteten Bevölkerungszuwachses sinken.  
  • In 2008 sind im Gegensatz zu den vergangenen Jahren mehr Personen aus dem Kreisgebiet in die Stadt Paderborn als umgekehrt gezogen. Es bleibt abzuwarten, ob sich damit eine Trendwende – zurück in die Stadt – vollzieht.
  • Die Umzugshäufigkeit innerhalb der Stadt ist 2008 weiter gesunken und liegt auf dem niedrigsten Wert der letzten 10 Jahre.
  • 2008 haben sich fast genauso viele Haushalte neu wohnungssuchend gemeldet wie in 2007
     

Entwicklung des Wohnungsangebots

  • In Paderborn stehen ca. 68.600 Wohnungen zur Verfügung, davon etwa 41.200 Mietwohnungen. Fast 30% des Wohnungsbestandes ist erst nach 1987 erstellt. Dies liegt am starken Bevölkerungswachstum, u. a. durch Zuzug von Spätaussiedlern begründet. Gleichwohl stammt fast ein Drittel des Bestandes aus den 50er und 60er Jahren und gilt damit heute hinsichtlich seiner Wohnqualität eher als problematisch.
  • Sowohl bei den Baugenehmigungen als auch bei den Baufertigstellungen ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen.
  • Die Zahl der Kauffälle bei unbebauten Grundstücken stellt den niedrigsten Wert im Vergleichszeitraum der letzten 10 Jahre dar. Die Anzahl der verkauften Grundstücke für eine Mehrfamilienhausbebauung bewegt sich dabei jedoch auf einem durchschnittlichen Niveau. Bei den Eigentumswohnungen ergibt sich hingegen für 2008 die höchste Anzahl an Verkäufen innerhalb dieses Zeitraums.
  • Wie auch in anderen Städten und Gemeinden nimmt die Zahl der öffentlich geförderten Mietwohnungen in Paderborn ab. Er ist von rund 6.400 im Jahr 2000 auf aktuell rund 4.900 gesunken und wird sich voraussichtlich bis zum Jahre 2018 auf ca. 4.500 weiter vermindern. Während die Förderungen im Mietwohnungsbau sich in den letzten Jahren auf niedrigem Niveau bewegen, haben die Förderzahlen für den selbst genutzten Wohnungsbau in den letzten Jahren zugenommen.
  • Die Nettomieten sind in Nordrhein-Westfalen seit 1998 stets gestiegen. In Paderborn ist hingegen bei Neubauwohnungen im Durchschnitt eine Verminderung um 15 Prozent in diesem Vergleichszeitraum festzustellen. Die Eckwerte nach dem vom 01.01.2009 an gültigen Mietspiegel sind teilweise gesunken. Auch bei den im Rahmen der Zeitungsanalyse ausgewerteten Mieten ist eine sinkende Tendenz festzustellen.
  • Die Analysen zu Mietangeboten in Zeitungen zeigen, dass am häufigsten 2- und 3-Zimmer-Wohnungen angeboten werden. Das geringste Angebot besteht bei Wohnungen oder Häusern mit 4 und mehr Zimmern für personenreiche Haushalte und Ein-Zimmerwohnungen und Appartements für Einzelpersonen. 

Fazit

Trotz oder gerade wegen einer momentan eher entspannten bis ausgewogenen Marktlage bleibt das Thema Wohnen in der Kommunalpolitik weiterhin aktuell:

Insbesondere weil der öffentlich geförderte Wohnungsbestand zurück geht, ist im preisgünstigen Marktsegment wieder mit einer Anspannung zu rechnen.
Modernisierungen als Klimaschutzmaßnahmen im Wohnungsbestand und Barrierefreiheit des Wohnraumes für eine zunehmend ältere Bevölkerung werden eine immer größere Rolle spielen.
Sich weiter ausdifferenzierende Lebensstile erfordern neue Wohnformen- und Wohnqualitäten.
Der Wohnungsmarkt muss sich diesen ändernden Rahmenbedingungen stellen.