Wohnungsmarktbericht Solingen 2007

Zusammenfassung mit PDF-Langfassung

Entwicklungen auf dem Solinger Wohnungsmarkt

Bevölkerungsentwicklung
Die Bevölkerungsentwicklung ist weiter rückläufig. Geburtendefizite tragen allerdings deutlich mehr zum Bevölkerungsrückgang bei als die Wanderungsverluste. Wanderungsverluste, die seit 2004 verzeichnet werden, fallen im Vergleich zum Vorjahr wesentlich geringer aus. Lediglich ein negativer Saldo von 66 Personen wurde noch im Jahr 2007 verzeichnet.

Altersstruktur
Die Altersstruktur der Bevölkerung weist auf ein Fortschreiten des demografischen Wandels in Richtung ältere Bevölkerung hin, der sich mittelfristig auch in qualitativer (barrierefreier) Hinsicht auf die Wohnraumnachfrage auswirken wird.

Wohnungsbestand
Der Gesamtwohnungsbestand in Solingen stieg im Jahr 2007 um 308 Wohneinheiten (+0,39 %) von 79.542 auf 79.850.

Bautätigkeit
Die Zahl der Baufertigstellungen (Wohnungen) ist im Vergleich zum Jahr 2006 sowohl im Bereich der 1- und 2-Familienhäuser (+39 Einheiten), als auch im Bereich der Mehrfamilienhäuser (+31 Einheiten) wieder leicht angestiegen. Seit 2005 hat sich das Verhältnis zwischen den Baufertigstellungen im Ein- und Zweifamilienhaussektor und denen im Mehrfamilienhaussektor zu Gunsten des Ein- und Zweifamilienhaussektors verschoben und es gibt derzeit keine Anhaltspunkte, dass sich dies kurzfristig wieder ändern wird.

Grundstücksmarkt
Die Gesamtzahl der Kaufverträge auf dem Grundstücksmarkt ist im Jahr 2007 um ca. 5,25 % gestiegen. (1.263 Kaufverträge/ siehe Seite 9). Der daraus resultierende Geldumsatz belief sich auf 268,2 € Millionen .

öffentlich geförderter Wohnungsbau
Wie bereits in der Vergangenheit kann der Neubau geförderter Mietwohnungen die Bindungsverluste in diesem Segment nicht kompensieren. Versorgungsengpässe sind jedoch momentan nicht erkennbar. Die Förderzahlen für Eigentumserwerb von 1-Familienhäusern befinden sich auch im Jahr 2007 auf einem sehr hohen Niveau. 77 Familienheime wurden bis zum Ende des Jahres gefördert.

Hypothekenzins
Sowohl die 5- als auch die 10-Jahres-Konditionen stiegen im Jahr 2007 um jeweils 0,4 bzw. 0,5 Prozentpunkte und lagen im Jahresdurchschnitt mit 4,95 % und 4,97% fast gleich auf. Jetzt schon lassen die bisher vorliegenden Daten für das Jahr 2008 vermuten, dass dieser Trend kurzfristig nicht gestoppt wird.

Soziale Faktoren
Die stetig sinkende Zahl der wohnungssuchenden Haushalte spricht für einen entspannten Markt im Bereich des preiswerten bzw. preisgebundenen Wohnraums. Auch die Arbeitslosenquote für Solingen war im Dezember 2007 gegenüber dem Vorjahr weiterhin rückläufig und lag mit 9,4 % unter dem Wert des NRW-Durchschnittes (9,6 %).

Lebenshaltungskosten
In den letzten 12 Jahren sind die Wohnnebenkosten um mehr als das doppelte gestiegen. Preistreiber der sogenannten "2. Miete" sind die Haushaltsenergien. Um u.a. einkommensschwächere Haushalte finanziell besser unterstützen zu können, wird am 1. Januar 2009 eine neue Wohngeldnovelle in Kraft treten, die eine Erhöhung der Wohngeldleistungen nach sich zieht. Zukünftig sollen auch die Heizkosten mit in die Berechnung des Wohngeldes einbezogen werden. Ein niedriger Energieverbrauch wird zunehmend ein wichtigeres Vermarktungsargument am Wohnungsmarkt.

Expertenkreis
Die Wohnungsmarktexperten bestätigen die zentralen Aussagen dieses Berichtes und betrachten die momentane Wohnungsmarktlage in fast allen Segmenten als ausgewogen bis entspannt. Leichte Anspannungstendenzen wären nach Meinung der ExpertenInnen allerdings in den Teilbereichen unteres Preissegment und preisgebundener Wohnraum weiterhin erkennbar.

Resümee
Der Solinger Wohnungsmarkt zeigt sich nach wie vor entspannt. Im Segment des preisgebundenen bzw. preisgünstigen Wohnungsmarkts sind aus statistischer Sicht weiterhin keine Anspannungstendenzen ersichtlich. Begünstigt wird diese Situation unter anderem durch den Rückgang der Arbeitslosenzahlen, der Anzahl der ALG-II-Bedarfsgemeinschaften und der wohnungssuchenden Haushalte. Zusätzlich wird der Eigentumserwerb durch die immer noch günstigen Hypothekenzinsen und Baukosten gestützt. Die rückläufige Bevölkerungsentwicklung sowie der demographische Wandel werden in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen. Aber auch der soziale Mietwohnungsbau bedarf einer weiteren Beobachtung, da es selbst bei den guten Rahmenbedingungen und trotz des im Wesentlichen ausgeglichenen Wohnungsmarktes immer Haushalte geben wird, die sich aus eigener Kraft nicht angemessen mit Wohnraum versorgen können und auf öffentliche Unterstützung angewiesen sind. Der Erhalt und die Sicherung von preiswertem Wohnraum ist deshalb eine langfristige Aufgabe der Stadt in Zusammenarbeit mit den Wohnungsanbietern.
 


Materialien