Wohnungsmarktbericht Solingen 2006

Zusammenfassung mit PDF-Langfassung

Entwicklungen auf dem Solinger Wohnungsmarkt

  • Der Gesamtwohnungsbestand in Solingen stieg im Jahr 2006 um 240 Wohneinheiten (+0,30 %) von 79.302 auf 79.542.
  • Die Zahl der Baufertigstellungen (Wohnungen) ist im Vergleich zum Jahr 2005 im Bereich der Mehrfamilienhäuser stark rückläufig (-92 Einheiten). Im Bereich der 1- und 2-Familien-Häuser scheint der negative Trend fast gestoppt, so dass nur noch ein minimaler Rückgang der Baufertigstellungen im Jahr 2006 verzeichnet wurde (-8 Einheiten). Seit 2001 hat sich bei den Baufertigstellungen der Schwerpunkt vom Geschosswohnungsbau deutlich zu Gunsten der Eigenheime verschoben; es gibt derzeit keine Anhaltspunkte, dass sich dies wieder ändern wird.
  • Die Gesamtzahl der Kaufverträge auf dem Grundstücksmarkt ist im Jahr 2006 um ca. 24,2 % gesunken. (-384 Kaufverträge). Das entspricht fast genau dem prozentualen Anstieg des Vorjahres.
  • Wie bereits in der Vergangenheit kann der Neubau öffentlich geförderter Mietwohnungen die Bindungsverluste in diesem Segment nicht kompensieren. Versorgungsengpässe sind jedoch momentan nicht erkennbar.
  • Die Förderzahlen für Eigentumserwerb von 1-Familienhäusern befinden sich auch im Jahr 2006 auf einem hohen Niveau. 70 Familienheime wurden bis zum Ende des Jahres gefördert. Im Hinblick auf die Antragszahlen des ersten Quartals 2007, wird sich dieser Trend auch in naher Zukunft fortsetzen.
  • Erstmalig seit 5 Jahren ist sowohl im Bereich der langfristigen Hypothekenzinsen als auch im Bereich der 5-Jahres-Konditionen ein Anstieg der Zinssätze zu verzeichnen. Durch den konjunkturellen Aufschwung begünstigt, werden voraussichtlich auch im Jahr 2007 die Hypothekenzinsen weiter ansteigen.
  • Die Bevölkerungszahl geht weiter zurück. Geburtendefizite tragen allerdings deutlich mehr zum Bevölkerungsrückgang bei als die Wanderungsverluste. Seit 2004 verzeichnet auch Solingen wieder einen negativen Wanderungssaldo. (2006: -177 Personen). Die Gesamtzahl der Bevölkerung wird bis 2020 voraussichtlich aber nur um 4,5 % abnehmen.
  • Die Arbeitslosenquote in Solingen war im Dezember 2006 gegenüber dem Vorjahr deutlich rückläufig und lag mit 9,8 % unter den Werten der Umlandgemeinden und dem NRW- und Bundesdurchschnitt (NRW 11,2 %, Bund 10,7 %).
  • Die Zahl der wohnungssuchenden Haushalte ist im Jahr 2006 weiterhin rückläufig und hat mit 288 Haushalten den geringsten Stand seit Erfassung in diesem Berichtswesen erreicht.

Resümee

Insgesamt gesehen kann auch weiterhin in Solingen die Wohnungsmarktlage als entspannt gewertet werden. Im Segment des preisgebundenen bzw. preisgünstigen Wohnungsmarkts werden Entspannungstendenzen deutlich. Hierfür verantwortlich sind unter anderem der Rückgang der Arbeitslosenzahlen, der Anzahl der ALG-II-Bedarfsgemeinschaften und der wohnungssuchenden Haushalte. Zusätzlich wird der Eigentumserwerb durch die zur Zeit noch niedrigen Hypothekenzinsen und günstigen Baukosten gestützt. Die rückläufige Bevölkerungsentwicklung sowie der demographische Wandel werden in den kommenden Jahren immer mehr an Bedeutung gewinnen. Aber auch der soziale Mietwohnungsbau bedarf einer weiteren Beobachtung, da es selbst bei den guten Rahmenbedingungen und trotz des im Wesentlichen ausgeglichenen Wohnungsmarktes immer Haushalte geben wird, die sich aus eigener Kraft nicht angemessen mit Wohnraum versorgen können und auf öffentliche Unterstützung angewiesen sind.
 


Materialien

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