Wohnungsmarktbericht Velbert 2008

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Wesentliche Aussagen

Bevölkerungsentwicklung

  • Die Bevölkerungsentwicklung ist von einem kontinuierlichen Rückgang geprägt.
  • Seit 2002 ergibt sich ein konstant negatives Wanderungssaldo. Diese Entwicklung zeichnet sich auch beim Einwohnertausch mit den Nachbargemeinden ab. Hier gilt es, durch geeignete Maßnahmen zu reagieren.
  • Die Veränderung in der Altersstruktur weist auf ein Fortschreiten des demografischen Alterungsprozesses hin, der sich auch auf die Wohnungsnachfrage auswirken wird.

 

Einkommen und Wohnkosten

  • Die Zahl der Arbeitslosen hat sich im Jahr 2007 deutlich verringert und liegt mit 8,9 % unter dem Bundes- und Landesdurchschnitt.
  • Das verfügbare Einkommen jedes Velberter Einwohners liegt über dem Landesdurchschnitt, aber unterhalb des Durchschnitts innerhalb des Kreisgebietes.
  • Die Erhöhung der Mehrwertsteuer im Jahr 2007 und die steigenden Energiepreise, sowie eine offensichtlich weltmarktbedingte Verteuerung bei den Baustoffen, haben sich auf die Rahmenbedingungen für Investitionen ausgewirkt, auch wenn sich die Hypothekenzinsen noch auf niedrigem Niveau bewegen
  • Die Zahl der wohnungssuchenden Haushalte ist langfristig betrachtet deutlich zurückgegangen. Seit 2005 steigt die Zahl jedoch wieder an.

 

Wohnungsangebot

  • Die Wohnfläche je Wohnung ist weiter gestiegen. Parallel zu dieser Entwicklung ist eine erhöhte Nachfrage nach größeren Wohnungen erkennbar. Das Angebot ist jedoch knapp.
  • Die Bodenpreise für Wohnbauflächen haben sich seit 2001 nicht verändert und sind im Regionalvergleich am günstigsten. Auch die Kaufpreise für Wohnimmobilien bewegen sich im Vergleich zu den Umlandgemeinden und den Gemeinden im Kreisgebiet auf niedrigstem Niveau.
  • Bei der Wohnungsbautätigkeit ist eine Verlagerung auf das Segment der Ein- und Zweifamilienhäuser erkennbar. Außerdem haben die Maßnahmen im Bestand überdurchschnittlich zugenommen.
  • Der Bestand an geförderten Wohnraum verringert sich kontinuierlich. In den vergangenen 10 Jahren hat sich deren Anteil am Gesamtwohnungsbestand halbiert. Die seit 2005 zu verzeichnenden Zugänge beruhen überwiegend auf Maßnahmen für Senioren und Familien mit drei und mehr Kindern.
  • Das vorhandene Wohnraumangebot für Senioren deckt nicht den zu erwartenden Bedarf ab. Hier ist Neubau und Umbau im Bestand notwendig.
  • Mit einem kommunalen Programm fördert die Stadt Velbert den Bau oder Erwerb von Wohneigentum durch ein zinsfreies Darlehen in Höhe von insgesamt 12.500 Euro. Für Familien mit drei und mehr Kindern erhöht sich die Förderung auf bis zu 30.000 Euro.
  • In Velbert stehen 2.776 Wohnungen leer (Stand 31.05.2008). Das entspricht einer Leerstandsquote von 6,42 %. Die Quote ist auffällig. Nach Expertenmeinung ist eine Leerstandquote von 3 % für gut funktionierende Wohnungsmärkte notwendig. Allerdings befindet sich ein großer Teil der Leerstände auch in Lagen mit Standortnachteilen.

 

Wohnungsmarktbarometer

  • Die im Rahmen des Wohnungsmarktbarometers befragten Experten bewerten den Velberter Wohnungsmarkt überwiegend als ausgewogen bis entspannt.
  • Vor dem Hintergrund der Finanzkrise beurteilen die Experten im März 2009 das Investitionsklima in allen Segmenten des Wohnungsbaues aktuell und den nächsten drei Jahren als schlecht, mit leichten Verbesserungen bei Investitionen in Eigenheime und einer guten Investitionsbereitschaft bei Maßnahmen im Bestand.
  • Als dominierende Hemmnisse für Investitionen in den Wohnungsbau wurden die Verfügbarkeit und die Kosten von Bauland genannt.
  • Positiv hervorgehoben wurde die kommunale Planungs- und Genehmigungspraxis.