Wohnungsmarktbericht Stuttgart 2017

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Wichtigste Ergebnisse

2016 stieg die Bevölkerungszahl um weitere 7.500 Personen auf rund 610.000 Einwohner. Stuttgart ist damit eine der am schnellsten wachsenden Großstädte in Deutschland. Die hohe Nachfrage nach Wohnungen und die Flächenengpässe für den Wohnungsbau bedingen einen angespannten Wohnungsmarkt. Obwohl im Jahr 2015 mit rund 2100 neu gebauten Wohnungen der höchste Wert im Wohnungsbau seit 1998 erzielt wurde, reicht die Bautätigkeit bei weitem nicht aus, um den Bedarf an neuen Wohnungen in Stuttgart zu decken.

Im Gegensatz zu den 1990er-Jahren, in denen in erster Linie die Gemeinden des weiteren Umlandes von den Wanderungsgewinnen aus Stuttgart profitierten, konzentriert sich die intraregionale Zuwanderung heute stärker auf das nähere Umland. Die Gemeinden, die zwischen 2010 und 2016 am stärksten von der Zuwanderung aus Stuttgart profitierten, grenzen alle direkt an das Stadtgebiet an. Als Folge der hohen Marktanspannung in Stuttgart bleibt der Nachfragedruck hier - ebenso wie an gut erschlossenen Wohnstandorten insbesondere entlang der Verkehrsachsen, beispielsweise im Remstal - auf einem hohen Niveau.

Aufgrund des Ungleichgewichts zwischen Angebot und Nachfrage ziehen die Miet- und Kaufpreise für Wohnimmobilien in Stuttgart, wie in vielen deutschen Großstädten und an Universitätsstandorten, seit einigen Jahren erheblich an. Wegen des vermehrten Zuzugs in die Landeshauptstadt und der Enge am Wohnungsmarkt sind viele Wohnungssuchende bereit, sehr hohe Mietpreise zu zahlen. Auch steigt die Nachfrage nach Wohnungen als Anlageform und zur Selbstnutzung weiter.

Folge dieser Entwicklung ist ein Anstieg sowohl der Kauf- als auch der Mietpreise. Im aktuellen Mietspiegel liegt das Kaltmietenniveau bei 8,95 Euro je Quadratmeter und ist damit zuletzt um rund drei Prozent pro Jahr gestiegen. Die durchschnittliche Angebotsmiete der am Markt angebotenen Wohnungen legte zwischen Mitte 2015 und Mitte 2016 sogar um 9,7 Prozent zu.
Die Haus- und Wohnungspreise in Stuttgart kennzeichnet ebenfalls seit Jahren ein kräftiges Preiswachstum. 2016 verteuerten sich die Preise für gebrauchte Eigentumswohnungen nochmals um fast 15 Prozent auf im Mittel 3.120 Euro je Quadratmeter.
Die Kaufpreise für Wohnimmobilien steigen seit einigen Jahren schneller als die Einkommen und Mieten. Damit wächst die Gefahr, dass die Preise am Stuttgarter Wohnungsmarkt allmählich überhitzen.

2016 wurden in Stuttgart insgesamt 2125 Wohnungen fertiggestellt. Der Wohnungsbau setzt sich damit auf hohem Niveau fort, so viele Wohnungen entstanden zuletzt Ende der 1990er-Jahre. Nach Abzug der 2016 durch (Teil-)Abriss oder Nutzungsänderungen dem Markt entzogenen 219 Wohnungen ergebe sich ein Nettozugang von 1906 Wohnungen. Dies bedeutet gegenüber dem Vorjahr ein Plus von acht Prozent.

Rund 40 Prozent der 209 neu errichteten Wohngebäude sind Ein- und Zweifamilienhäuser (99 Wohneinheiten). Der überwiegende Teil der Wohnungen in neu errichteten Wohngebäuden entfällt mit 1653 Wohnungen auf Mehrfamilienhäuser und Wohnheime. Besonders stark stiegen die Fertigstellungen in Wohnheimen an (626 Wohneinheiten). Hierzu zählen unter anderem Flüchtlingsunterkünfte. Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen in Mehrfamilienhäusern ging dagegen um 35 Prozent zurück.

Download/Bestellung

Der Wohnungsmarktbericht wurde vom Statistischen Amt in Zusammenarbeit mit der Abteilung Wohnungswesen des Amtes für Liegenschaften und Wohnen erstellt. Der komplette Bericht kann hier bestellt oder heruntergeladen werden:
https://www.stuttgart.de/item/show/305805/1/publ/29940


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