Empirica: Wohnungsmarktanalyse für den Oberbergischen Kreis (2008)

Inhaltsüberblick mit Link zur Langfassung

Der Oberbergische Kreis mit knapp 300.000 Einwohnern wird in Zukunft nicht mehr so selbstverständlich von Zuwanderungen aus Köln, dem Rheinisch-Bergischen Kreis und anderen Regionen profitieren, wie dies in der Vergangenheit der Fall war. Der Wettbewerb ist härter geworden und die Nähe zu Arbeitsplätzen wird heute stärker bewertet als früher.

Die wirtschaftliche Grundlage im Oberbergischen Kreis ist aber gut. Je länger der Kreis es schafft, weiter auf eigenen „wirtschaftlichen Füßen“ zu stehen, umso höher sind die Chancen, auch in Zukunft attraktiv für Zuwanderer (aus ganz Deutschland) zu sein und die eigene Bevölkerung zu halten. Je attraktiver und nachfrageorientierter er sein Wohnungs- und Baulandangebot ausgestaltet und es an den Bedürfnissen der Wohnungssuchenden ausrichtet, umso mehr Zuzüge (aus den benachbarten Kreisen) bzw. umso weniger Fortzüge werden möglich sein.

Derzeit handeln die Kommunen mit ihren Baulandausweisungen nur sehr kurzfristig und abhängig vom derzeitigen Vermarktungserfolg („trial and error“). Diese prozyklische Verhaltensweise (bei geringer Nachfrage wird auch für die Zukunft weniger angeboten) verhindert eine kurzfristige Ausweitung der Vermarktungschancen, weil bei einem plötzlichen Anziehen der Nachfrage nicht rechtzeitig ausreichend Bauland zur Verfügung steht.

Auch wenn derzeit nicht angegeben werden kann, wie hoch der Wohnungsbedarf im Jahr 2025 genau sein wird, weil dies vom Ausmaß der zukünftigen Zuwanderung und d.h. von der zukünftigen Attraktivität des Kreises im Vergleich zu anderen Standorten abhängt, so ist eins doch sicher: In jedem Fall müssen in Zukunft immer beide Seiten der Medaille im Auge behalten werden:

Weder Baulandknappheit noch wachsende Leerstände in einzelnen Wohngebieten dürfen zum Hemmnis für die zukünftige Kreisentwicklung werden.

Auszug aus der Zusammenfassung der empirica-Wohnungsmarktanalyse für den Oberbergischen Kreis.