Wohnen in Ostwestfalen-Lippe. 2. Regionaler Wohnungsmarktbericht 2017

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Am 7. März 2017 wurde der 2. regionale Wohnungsmarktbericht für die Kreise Gütersloh, Herford, Höxter, Lippe, Minden-Lübbecke, Paderborn und die Stadt Bielefeld der Öffentlichkeit vorgestellt.

Zusammenfassung

Die Landräte in OWL, der Oberbürgermeister der Stadt Bielefeld und die Wohnbauförderer in OWL unterstrichen gemeinsam bei der Präsentation, dass der Wohnungsmarktbericht mit seinen Daten ein differenziertes Bild der Region biete. Fest stehe für ganz OWL, dass Wohnraum auch für „das kleine Portemonnaie“ geschaffen werden müsse. Die soziale Wohnraumförderung mit ihren zinsvergünstigten Darlehen und Tilgungsnachnässen sei viel attraktiver als gedacht. Sich zu informieren, lohne sich für viele. Eine bezahlbare Lebensqualität mit guten Jobs, wie sie OWL biete, diene auch dazu, die notwendigen Fachkräfte zu gewinnen und zu binden.

  • Zurzeit leben in OWL ca. 2,06 Millionen Menschen (2015). Seit 2014 steigen die Einwohnerzahlen in OWL wieder leicht an. Der Anstieg ist auch, aber nicht nur auf die Zuwanderung von geflüchteten Menschen zurückzuführen. Viele Kommunen in Ostwestfalen-Lippe müssen in Zukunft mit einem Bevölkerungsrückgang rechnen. Positive Entwicklungen werden jedoch für einige Kommunen in den Kreisen Gütersloh und Paderborn sowie in der Stadt Bielefeld erwartet. Auch die Veränderungen in den Altersgruppen fallen in den Kommunen sehr unterschiedlich aus. In der Regel gilt jedoch, dass die jüngere Bevölkerung (bis 30 Jahre) abnimmt und die ältere (ab 65 Jahre) deutlich zunehmen wird.
  • Für den Wohnungsmarkt ist in erster Linie die Anzahl der Haushalte relevant. Nach der Haushaltemodellrechnung 2015, die IT.NRW für kreisfreie Städte und Kreise erstellt hat, werden bis 2020 in Ostwestfalen 39.000 Haushalte mehr eine Wohnung suchen. In allen Regionen werden die Haushalte mit einer oder zwei Personen zunehmen, während die Zahl der Haushalte mit 3 und mehr Personen in den meisten Regionen sinken wird. Besonders in den Kreisen Gütersloh und Paderborn sowie in der Stadt Bielefeld wird ein hoher Zuwachs der Haushalte vorhergesagt.
  • Diese Entwicklung wird sich auf den Wohnungsbedarf auswirken. In allen Regionen von Ostwestfalen-Lippe ist Wohnungsneubau deshalb in quantitativer Hinsicht und auch in qualitativer Hinsicht (z.B. barrierefreie Wohnungen) erforderlich. Besonders groß wird dieser bis 2020 in der Stadt Bielefeld und in den Kreisen Gütersloh und Paderborn sein.
  • In Teilen von OWL wird bereits heute viel gebaut; seit 2011 zeigt die Kurve nach oben: In den Städten und Gemeinden der sechs Kreise entstehen überwiegen neue Ein- und Zweifamilienhäuser. In der Stadt Bielefeld hingegen werden doppelt so viele Wohnungen in Mehrfamilienhäusern als in Ein- und Zweifamilienhäusern errichtet.
  • Im Bericht ist allerdings von einem deutlichen Rückgang des Bestandes an öffentlich geförderten Mietwohnungen die Rede. In angespannten Wohnungsmarktregionen – wie in den Städten Bielefeld und Paderborn – muss gegensteuert werden, um mehr und vor allem auch bezahlbare Mietwohnungen zu schaffen. So sollten Kommunen im Rahmen der Bauleitplanung und beim Verkauf kommunaler Grundstücke auf den Neubau von preisgünstigen Mietwohnungen hinwirken.
  • Die aktuell 44.000 Sozialwohnungen werden sich bis 2025 um ca. 9.000 weiter reduzieren. Die Neubauförderungen werden diese Entwicklung nur zum Teil ausgleichen können. Aufgrund der bereits heute angespannten Marktlage sind in diesen Regionen besondere Anstrengungen notwendig, um vermehrt öffentlich geförderte Mietwohnungsprojekte zu realisieren.

 

  • In OWL liegen die Mieten zwar unter dem Landesdurchschnitt. Überdurchschnittlich hoch, mit über 6 € / m², sind allerdings die Mieten in den Städten Bielefeld, Paderborn und Rheda-Wiedenbrück.

 

  • Die Baulandpreise haben sich im Durchschnitt seit 2009 in OWL kaum verändert. Gleichwohl sind sie in einzelnen städtischen Lagen jedoch deutlich angestiegen. Die höchsten Werte werden in den Städten Paderborn und Bielefeld mit durchschnittlich 230 Euro/qm erreicht.


Die Wohnungsmärkte in OWL differenzieren sich immer mehr und entwickeln sich regional und kommunal sehr unterschiedlich. Der demographische Wandel erfordert gerade in ländlich strukturierten Regionen, Leerstände nach Qualität und Quantität zu ermitteln, um diese in die Wohnungsmarktentwicklung mit einzuplanen.

Eine regelmäßige Wohnungsmarktbeobachtung hilft Kommunen, diese Entwicklungen zu erkennen und in ihre Planungen einfließen zu lassen. Doch nicht nur kommunale sondern auch lokale Wohnungsmarktakteure können die im regionalen Wohnungsmarkt skizzierten Entwicklungen und Prognosen für ihre Entscheidungen nutzen.

Der Bericht steht u.a. hier zum Download zur Verfügung


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