Die amtliche Bautätigkeitsstatistik

Beschreibung der Datengrundlage

Erläuterung des Statistischen Bundesamtes

"Zur Feststellung des Umfangs, der Struktur und der Entwicklung der Bautätigkeit im Hochbau und zur Fortschreibung des Bestandes an Wohngebäuden und Wohnungen werden laufend Erhebungen über die Bautätigkeit im Hochbau (Bautätigkeitsstatistik) als Bundesstatistik durchgeführt.

Gegenstand der Bautätigkeitsstatistik sind Baugenehmigungen und Baufertigstellungen im Hochbau, der Bauüberhang am Jahresende, Bauabgänge von Hochbauten und die Fortschreibung des Wohngebäude- und Wohnungsbestandes. Unmittelbarer Erhebungsgegenstand ist das Gebäude, das entweder als Wohngebäude oder als Nichtwohngebäude gekennzeichnet wird und im konkreten weitere Untergliederungen nach der Art des Gebäudes beinhaltet. So sind z. B. die Wohngebäude nachzuweisen als Ein-, Zwei- oder Mehrfamilienhäuser oder als Wohnheime. Zu den Nichtwohngebäuden zählen z. B. Büro- und Verwaltungsgebäude, landwirtschaftliche Betriebsgebäude, Fabrik- und Werkstattgebäude, Hotels und Gaststätten. Tiefbauten (z. B. Straßen, Tunnels, Brücken) sind nicht Erhebungsgegenstand der Bautätigkeitsstatistik.

Insbesondere als Frühindikatoren der konjunkturellen Entwicklung sind die Ergebnisse der Bautätigkeitsstatistik von großer Bedeutung."

Quelle: Statistisches Bundesamt

 

Für die Wohnungsmarktbeobachtung sind nur die Informationen über Wohngebäude sowie Wohnungen in Nicht-Wohngebäuden interessant.

Rechtsgrundlage ist das Hochbaustatistikgesetz. Träger eines Bauvorhabens, das genehmigungs- oder anzeigepflichtig ist, erhalten einen Statistikbogen, den sie ausfüllen und - je nach Bundesland - entweder an das zuständige Bauordnungsamt (Kommune oder Kreis) oder direkt an das jeweilige Statistische Landesamt zurückschicken müssen. Die Bauordnungsämter leiten die Erhebungsbögen ggf. an das Statistische Landesamt weiter.

Die Bautätigkeitsstatistik gliedert sich in folgende Bereiche, die eng mit einander verknüpft sind (Quelle: Statistisches Bundesamt):

  • Die Baugenehmigungsstatistik stellt die Ausgangsgröße dar, an die die anderen Bautätigkeitsstatistiken anknüpfen.
  • Die Baufertigstellungsstatistik ist unter Verwendung einer Identifikationsnummer direkt an die der Baugenehmigungen gekoppelt und beinhaltet als Erhebungsmerkmal nur das Datum der Baufertigstellung.
    Alle anderen Daten werden aus dem Genehmigungsbogen übernommen und müssen so nicht noch einmal erhoben werden. Dabei sind zwischenzeitlich eingetretene Veränderungen nachzuweisen. Die Statistik der Baufertigstellung ist eine wesentliche Grundlage zur Fortschreibung des Wohnungsbestandes wie auch die Statistik des Bauabgangs.
  • Die Bauüberhangstatistik hingegen stellt das Bindeglied zwischen der Baugenehmigungs- und Baufertigstellungsmeldung dar. Die Erhebung des Bauüberhangs ist für jedes am Jahresende noch nicht begonnene bzw. bereits im Bau befindliche Gebäude zu erstellen.
  • Statistik des Bauabgangs erfasst die Abgänge aus dem Hochbau und dient vor allem der Fortschreibung des Gebäude- und Wohnungsbestandes. 
  • Fortschreibung des Wohngebäude- und Wohnungsbestandes: Die in den großen Gebäude und Wohnungszählungen (1968, 1987, 1993 und - geplant - 2011) ermittelte Bestandsstatistik wird mit Hilfe der Daten von Fertigstellungen und -abgängen aktuell gehalten.

Erhebungsmerkmale

Erhoben werden Merkmale wie

  • Zahl der Wohnungen im Gebäude
  • Zahl der Wohnräume
  • Zahl der Geschosse
  • Wohnfläche, Nutzfläche, umbauter Raum
  • Bauform: Wohngebäude, Nichtwohngebäude, Wohnheim, mit/ohne (rechtlich aufgeteilte) Eigentumswohnungen
  • Haustyp: freistehend, Reihe, Doppelhaus)
  • Heizungsart und Energieträger
  • Art des Bauherren: privat - öffentlich - Unternehmen etc.)
  • Art der Bautätigkeit: Neubau, Umbau/Erweiterung, Ersatz-/Wiederaufbau
  • dominanter Baustoff, Fertigbau
  • Baukosten


Diese Merkmale werden bei der Genehmigung erhoben und in die Folgestatistiken übernommen.

Mögliche Qualitätsprobleme:

Seit Mitte der neunziger Jahre sind in manchen Bundesländern Ein- und Zweifamilienhäuser nicht mehr genehmigungs-, sondern nur noch kenntnisgabe- oder anzeigepflichtig (d.h. der Architekt trägt die Verantwortung für die baurechtliche Zulässigkeit, eine Überprüfung durch die Bauordnungsämter entfällt). Zwar muss der Bauherr der Statistik nach wie vor alle Baumaßnahmen melden, bei denen Wohnraum geschaffen oder verändert wird. Dennoch sind seither sind immer wieder Zweifel geäußert worden, ob die Bauherren/ Architekten die Statistikbögen genauso zuverlässig ausfüllen und abliefern wie zuvor. Das gilt für die Genehmigung, besonders aber für die Fertigstellung: Es heißt, dass viele Kommunen - z.T. weil sie dazu in vielen Fällen nicht mehr verpflichtet sind, z.T. aber auch wegen fehlender Personalkapazitäten - kaum mehr Schlussabnahmen durchführen. So können sie auch nicht kontrollieren, ob ein Vorhaben inzwischen fertiggestellt und die Fertigstellung an das Statistische Landesamt gemeldet wurde bzw. werden müsste.
Diese Zweifel an der Statistik wurden bisher weder bewiesen noch entkräftet. Träfen sie zu, bedeutete das eine Untererfassung der tatsächlichen Genehmigungen, Fertigstellungen und Bestandszugänge bei Ein- und Zweifamilienhäusern. 

Es wird daher dringend empfohlen, in einem Gespräch mit dem Bauordnungsamt und ggf. dem statistischen Amt die Qualität der örtlichen Statistik abzuklären. Die Wohnungsmarktbeobachtung kann hier eine wichtige Rolle bei der Qualitätskontrolle spielen.

Links

Eine gute Übersicht über die Meldebögen und -verfahren in den einzelnen Bundesländern erhalten Sie, wenn Sie sich hier die einzelnen Formulare und Erläuterungen ansehen.

Die Qualitätsberichte des Statistischen Bundesamts geben eine gute Übersicht über die Erhebungsverfahren und Verfügbarkeit. Die Erhebungsbögen sind angehängt.