Statistik der Kaufwerte für Bauland

Seite über die Statistik

 

Das ehem. Statistische Landesamt NRW (jetzt IT.NRW) veröffentlicht einmal pro Quartal und, zusammengefasst, pro Jahr die Statistik der Kaufwerte (und Kauffälle) von Bauland. Erfasst werden durch Kauf erworbene unbebaute Grundstücke von 100 und mehr qm Fläche. Inhalt der Statistik sind die Anzahl der Kauffälle, deren Volumen (in Geld und Fläche) und der durchschnittliche Preis.

Unterschieden wird u.a. nach Baulandart (Rohbauland, baureifes Land, Industrieland, Verkehrs- und Freifläche), nach Art des Baugebiets (in Anlehnung an die Baunutzungsverordnung) und des (Ver-)Käufers (privat, öffentlich, Unternehmen). Veröffentlicht werden die Ergebnisse bis hinunter zu Gemeindeebene.

 

Methodische Probleme erschweren Interpretation

Während die meisten Kommunen mit der Statistik der Gutachterausschüsse arbeiten, erhält IT.NRW die Daten von den Finanzämtern. Wie sich 2009 nach einem Datenvergleich mit Gutachterausschüssen herausstellte, gab es in der Vergangenheit offenbar Probleme mit der Weitergabe der Daten, so dass in der Statistik zu wenig Fälle auftauchten. IT.NRW hat in den Publikationen für 2009 daher folgende Hinweise untergebracht: "Zwar besteht bei den Statistischen Ämtern der Länder, die die Finanzämter als Auskunftsstellen heranziehen, die Vermutung einer von Finanzamt zu Finanzamt unterschiedlichen Vollständigkeit der Meldungen von Verkäufen unbebauter Grundstücke, dennoch gibt die Statistik die im Kalenderjahr im Durchschnitt erzielten Kaufwerte grundsätzlich realistisch wieder, wie auch der Abgleich mit anderen Datensammlungen bestätigt." und: "Für die Jahre 2000-2008 ist eine Untererfassung möglich". Diese Daten wurden offenbar 2009 nacherfasst und dem Jahresergebnis 2009 zugerechnet: "Es ist zu berücksichtigen, dass durch mögliche Nachmeldungen infolge von Verzögerungen bei der finanztechnischen Bearbeitung der Kauffälle ein Vergleich mit anderen Jahren nicht immer sinnvoll ist."

Für die Wohnungsmarktbeobachtung bedeutet das:

  • Die Preise sind wohl in Ordnung und auch als Zeitreihe auswertbar
  • Die Anzahl der Kauffälle - bislang bisweilen als Frühwarn-Indikator für die Baukonjunktur und den Neubau von Einfamilienhäusern genutzt - darf so - zumindest für den Zeitraum 2000-2009 - nicht ohne Überprüfung verwendet werden. Zuvor sollte man die Fallzahlen mit denen des örtlichen Gutachterausschusses abgleichen und gleich diese verwenden.

 

Zu beziehen sind die Daten hier:

https://webshop.it.nrw.de/webshop/qsearch.php?keyword=bauland&prefix=M169