Wohnungsbedarf und -nachfrage

Überblick über den Indikatorbereich

Bei einer Entscheidung für eine bestimmte Wohnung oder einen Wohnstandort wirken viele Faktoren auf so komplexe Weise zusammen, dass sich am Ende die Bedeutung einzelner Faktoren kaum mehr bestimmen lässt.

Für die Wohnungsmarktbeobachtung ist es dennoch hilfreich, die Wohnungsnachfrage in verschiedene Komponenten einteilen:

  • den eigentlichen „Bedarf“, d.h. der Zahl der Haushalte, die Wohnraum in Anspruch nehmen (wollen),
  • deren qualitative Wohnwünsche und –bedürfnisse (Lage, Milieu, Bauform, Architektur, Barrierefreiheit, Zuschnitt etc.) und
  • die wirtschaftlichen Möglichkeiten, diesen Bedarf auf dem Markt umzusetzen.

 

Die Datenlage zum ersten und letzten Punkt ist relativ gut, wenn auch nicht unbedingt für kleinere Städte oder Stadtteile:

  • Daten zu Entwicklung und Struktur der Bevölkerung sind theoretisch sehr kleinräumig verfügbar. Häufig gibt es dazu auch Prognosen.
  • Daten zu den Haushalten, die ja die eigentlichen Nachfrager auf dem Wohnungsmarkt sind, sind zumindest überregional vorhanden oder mit etwas Aufwand auch für die Gemeindeebene zu erzeugen.
  • Daten zu Einkommen stehen überregional zur Verfügung, gewerbliche Daten sind gegen Bezahlung auch auf kommunaler oder kleinräumiger Ebene vorhanden. Zur Entwicklung einkommensschwacher Haushalte gibt es eine Reihe von Statistiken aus den sozialen Sicherungssystemen.

 

Zu den qualitativen Aspekten der Nachfrage ist jedoch wenig bekannt, da in der Wohnungswirtschaft erst seit kurzem eine gezielte Marktforschung betrieben wird. In den letzten Jahren wurden zwar Methoden entwickelt, die qualitative Nachfrage zu ermitteln (vhw/Microm/Sinus-Milieus ). Diese Informationen sind jedoch nur begrenzt auf konkrete Räume anwendbar und wenn doch, werden solche Daten allem gewerblich angeboten und sind nicht allgemein verfügbar.

Mehr zu den Begriffen von Nachfrage und Bedarf findet sich in der Arbeitshilfe des Forum KomWoB zu Wohnungsbedarfs-/nachfrageprognosen (Link fehlt).