Generationswechsel in älteren Eigenheimgebieten

Einführung ins Thema

Überblick über das Thema

Seit sich die Wohnungsmarktforschung mit dem demographischen Wandel beschäftigt, wird auch die Anpassungsfähigkeit von Stadtquartieren an die Alterung der Bevölkerung thematisiert. Nachdem zunächst der Geschosswohnungsbestand, dessen Umbaubedarf und der infrastrukturelle Anpassungsbedarf der städtischen Quartiere im Fokus standen, begann sich die Forschung  ungefähr seit der Jahrtausendwende auch mit den Eigenheimgebieten auseinanderzusetzen. Hierbei rückten neben den Großstädten auch die vom Eigenheim geprägten ländlichen Räume ins Blickfeld.

Im Hintergrund der Diskussionen steht die Frage, was mit älteren Eigenheimgebieten passiert, wenn die Generation der Erbauer und Erstbezieher älter und pflegebedürftiger wird, stirbt oder die Häuser aus Altersgründen verlassen muss, bzw. welcher Handlungsbedarf möglicherweise entsteht. Im einzelnen wird untersucht,

  • welche Siedlungstypen besonders betroffen sind (Siedlungshäuser der 50er und frühen 60er Jahre, inzwischen auch die Suburbanisierungsgebiete der 60er/70er Jahre)
  • wie sich betroffene Gebiete frühzeitig identifizieren lassen (Daten, Methoden)
  • welche Bedeutung die Rahmenbedingungen des örtlichen Wohnungsmarkts und die Lage auf die Entwicklungsperspektiven dieser Gebiete haben (Leerstände/Schwierigkeiten beim Verkauf, oder Preissteigerungen/Nachverdichtungsdruck?)
  • welche Rolle die Entwicklung dieser Gebiete in der Entwicklung des gesamten Orts spielen
  • wie sich die betroffenen Haustypen altersgerecht umbauen lassen und wie man die Bewohner ggf. davon überzeugen kann, rechtzeitig aktiv zu werden,
  • inwiefern die betroffenen Quartiere in punkto Städtebau und Infrastruktur an die Bedürfnisse der alternden Bevölkerung angepasst werden müssen und können,
  • inwiefern die betroffenen Objekte und Quartiere an die Bedürfnisse einer nachrückenden, jüngeren Bewohnerschaft angepasst werden müssen und können (Modernisierung vs. Ersatzneubau, familiengerechte Infrastruktur?)


 

Literatur/Material

Forum KomWoB und Mitgliedsstädte

 

Im Forum KomWoB stand das Thema beim 28. Treffen der AG Methoden mit Beiträgen aus der Forschung und der kommunalen Praxis im Mittelpunkt:

  • Ein Bericht aus der Forschung des ILS (s.u.)
  • Ansatz zur Identifizierung betroffener Gebiete (Stadt Krefeld).
  • Gutachten im Auftrag der Stadt Köln zu den Entwicklungsperspektiven von 50er-Jahre-Eigenheimgebieten im Generationswechsel (Fa. Quaestio)

Fortgesetzt wurde es auf der Jahrestagung 2015 und dem 34. Treffen der AG Methoden. Für die einzelnen Beiträge und Diskussionen folgen Sie bitte den Links.


Darüber hinaus hat sich die Wohnungsmarktbeobachtung u.a. damit beschäftigt, wie die örtlichen Rahmenbedigungen mit Hilfe von Preisdaten für Eigenheime (Angebotspreise, Gutachterausschüsse) beobachtet werden können.

 

Aktivitäten anderer Institutionen


Das Dortmunder Institut für Landes- und Stadtentwicklungsforschung (ILS)  forscht in verschiedenen Projekten zu diesem Thema. Die erste große Forschungsarbeit im Auftrag der Wüstenrot-Stiftung und in Kooperation mit der Universität Stuttgart ist publiziert als


Die Regionale 2016 im Westmünsterland hat die Problematik zu einem ihrer Leitthemen gemacht und u.a. einen Projektaufruf unter dem Motto Innen leben – Neue Qualitäten entwickeln! gestartet


Die bayrische Staatsregierung hat im Jahr 2012 das Modellprojekt "Revitalisierung von Eigenheimgebieten" ins Leben gerufen, an dem sich drei betroffene Kommunen beteiligen.