Colleen Tüllner (2013): Schrottimmobilien in Bochum - was die Stadt in Zukunft tun sollte.

Masterarbeit im Studiengang Raumplanung

Inhaltsüberblick der Masterarbeit im Studiengang Raumplanung

Gegen städtebauliche Missstände, die durch vergessene und verfallene Immobilien verursacht werden, kämpfen nicht nur Städte und Gemeinden in den neuen Bundesländern, sondern zunehmend auch Regionen wie das Ruhrgebiet. Die Gebäude verwahrlosen, weil sie nicht mehr genutzt werden und Investitionen der Eigentümer ausbleiben – eine Folge des demografischen Wandels.
Kommunen wie die nordrhein-westfälische Großstadt Bochum stehen dieser neuen Entwicklung zunächst ratlos gegenüber und beobachten nur den fortschreitenden Verfall. Zur effektiven Bearbeitung der Problematik muss in einem ersten Schritt eine umfassende Informationsbasis geschaffen werden.

Im Rahmen dieser Arbeit wird die Grundlage für ein Schrottimmobilienkataster für die Stadt und ein Bewertungsschema entwickelt, das angewendet werden kann, um auffällige Gebäude zu klassifizieren.
Außerdem soll in Interviews mit Expertinnen und Experten aus dem Bereich der Wohnungswirtschaft und der Stadtplanung der Frage nachgegangen werden, warum viele Kommunen bisher nichts gegen verwahrloste Immobilien unternehmen, obwohl Rechtsinstrumente zur Verfügung stehen, die ein hoheitliches Eingreifen ermöglichen, wenn sich eine Kooperation mit den Eigentümern als ausgeschlossen erwiesen hat.
Mit vertiefenden Hypothesen sollen politische, bürokratische, soziologische, technische und finanzielle und Hintergründe untersucht werden.

Die Analysen zeigen, dass eine umfangreiche und belastbare Datengrundlage unverzichtbar für eine strukturierte Bearbeitung von Schrottimmobilien ist. Mögliche Handlungsansätze sind vielfältig, zeitaufwendig und arbeitsintensiv und verursachen häufig hohe Kosten. Um Erfolge zu erzielen, muss die Kommune integrierte Vorgehensweisen wählen, Rechtsinstrumente und Fördermöglichkeiten ausschöpfen und mit sämtlichen Akteuren des Handlungsfeldes kooperativ und innovativ zusammenarbeiten. Es ist erforderlich, sich jedem Einzelfall auf individuelle Weise zu widmen und die Öffentlichkeit für die Thematik zu gewinnen.
Problembehaftete Grundstücke sollten in diesem Prozess keine Stigmatisierung erfahren, sondern als Möglichkeit für eine neue Stadtgestaltung verstanden werden.