Kosten der Unterkunft und die Wohnungsmärkte - Auswirkungen der Regelungen zur Übernahme der Kosten der Unterkunft auf Transferleistungsempfänger und Kommunen

Einführung ins Thema
Bericht des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung
 
Aus der Kurzfassung:
 
Erste systematische bundesweite Untersuchung aus Perspektive der Wohnungspolitik
Seit der Neustrukturierung der sozialen Sicherungssysteme in Deutschland zum 01. Januar 2005 liegt die Zuständigkeit für die Übernahme der Kosten der Unterkunft (KdU) bei den Kommunen. Bundesweit beziehen insgesamt rund 4,4 Mio. Haushalte Leistun­gen der staatlichen Mindestsicherung und damit auch eine vollständige oder teilweise Erstattung der KdU. Hierzu zählen ins­besondere Bedarfsgemeinschaften, die Ar­beitslosengeld II (SGB II) erhalten. Weitere Empfänger kommen aus dem Rechtsbereich des SGB XII (Sozialhilfe). Zu den KdU-Bezie­hern zählen auch sog. „Aufstocker“, die ein un­zureichendes eigenes Einkommen beziehen.
 
Die soziale Absicherung des Wohnens erfolgt zum weitaus größten Teil durch die Übernahme der KdU im Rahmen der staatlichen Mindestsicherung. Die Anzahl der Bedarfsgemeinschaften war 2005/2006 stark angestiegen, hat sich jedoch inzwischen wieder auf einem niedrigeren Niveau stabilisiert. Die Unterkunftskosten je Bedarfsgemeinschaft sind jedoch seit der Einführung kontinuierlich angestiegen.
 
Offen war insbesondere auch die Frage, ob bzw. in welchem Umfang durch die Festsetzung der Angemessenheitsgren­zen Preissignale an die lokalen Wohnungsmärkte ausgehen würden und mit welchen Folgen ein derartiger Markteingriff verbun­den sein könnte.Da die KdU-Praxis der Kommunen in das preisgünstige Wohnungsmarktsegment vor Ort hineinwirkt, wurden sämtliche Nachfragergruppen mit niedrigem Einkommen in die Untersuchung einbezogen. In Deutsch­land leben zusätzlich zu den 4,4 Mio. Haus­halten, die Leistungen der Mindestsicherung erhalten, noch 0,7 Mio. Wohngeldhaushalte sowie 3 Mio. Haushalte mit Armutsrisiko in dem von der EU definierten Sinne, die aber keine staatliche Mindestsicherung beziehen. Diese Haushalte sind auf die Verfügbarkeit bezahlbarer Wohnungen angewiesen und konkurrieren entsprechend im preisgünsti­gen Segment mit den KdU-Beziehern.
 
Vor diesem Hintergrund haben das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtent­wicklung und das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung die vorliegende Untersuchung in Auftrag gegeben, um die Aus­wirkungen der Übernahme der KdU auf die Wohnungsmärkte systematisch zu untersuchen.
 
Gliederung:
 
  1. Einleitung
  2. Sozial- und wohnungspolitische Dimension der KdU-Thematik
  3. Haushalte und Wohnungsversorgung im Niedrigeinkommensbereich in Deutschland
  4. Kommunale Praxis bei der Übernahme der Kosten der Unterkunft
  5. Wechselwirkungen zwischen KdU-Praxis und Wohnungsmarkt
  6. Zusammenfassung und Schlussfolgerungen

 

Der Bericht kann hier heruntergeladen werden.


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