Pestel: Bedarf an Sozialwohnungen in Deutschland

Studie des Eduard-Pestel-Instituts für die Initiative Wohnungsbau 2012

Aus der Zusammenfassung:

Das Pestel-Institut hat in den vergangenen Jahren mehrfach auch die soziale Dimension des Wohnens in Deutschland betrachtet. Insbesondere in den Kurzstudien „Sozialpolitische Implikationen geringer Wohnungsbautätigkeit“1 und „Bedarf an seniorengerechten Wohnungen“ wurde auf die sozialen Aspekte eingegangen. Nachdem im Februar 2012 eine Untersuchung zum Mietwohnungsbau insgesamt vorgelegt wurde, ist die nunmehr erfolgte gesonderte Betrachtung des sozialen Wohnungsbaus auch als Fortsetzung dieser Arbeiten zu verstehen.

Die Regeln des Sozialen Wohnungsbaus wurden seit seiner Einführung lebhaft diskutiert. Im Rahmen dieser Untersuchung wird die gegenwärtige Situation in Deutschland aufgezeigt und es werden Entwicklungstendenzen beschrieben. Im Fokus steht dabei der soziale Mietwohnraum, da nur diese Wohnungen über einen längeren Zeitraum als preisgebundener Wohnraum zur Versorgung von Haushalten verfügbar sind. Im Einzelnen erfolgt

  • die Definition des aktuellen Bedarfs an sozialem Mietwohnraum,
  • die Darstellung der aktuellen Verfügbarkeit von sozialem Mietwohnraum
  • die tendenzielle Entwicklung des Bedarfs an sozialem Mietwohnraum

Neben der Betrachtungsebene Deutschland insgesamt werden Teilaspekte auch auf der Ebene der Bundesländer dargestellt.

Kommentar aus den AG des Forum KomWoB:

Diese Studie, die im Jahr 2012 und 2013 in der Presse sehr präsent war und vielerorts in der Politik diskutiert wurde, ist im Auftrag der Wohnungsbau-Iniatiative entstanden, eines Zusammenschlusses verschiedener Verbände, die aus verschiedenen Gründen am Neubau interessiert sind.

Viele Kommunen haben daher gemutmaßt, dass der ermittelte Bedarf am Neubau von Sozialwohnungen von vorneherein sehr hoch gegriffen sei. Tatsächlich haben einige Kreise und Kommunen die Ergebnisse aus der Kenntnis ihrer eigenen Wohnungsmärkte sehr kritisch beurteilt - allerdings ganz unterschiedlich:
In vielen Regionen mit Schrumpfungstendenzen wurden die Neubaubedarfe, die Pestel formuliert, angesichts erklecklicher Leerstände als unrealistisch eingestuft, denn die meisten Bedarfsträger wohnen bereits.
Dagegen schätzen einige hochpreisige Regionen mit angespanntem Wohnungsmarkt den tatsächlichen Bedarf höher ein als von Pestel errechnet, weil dort nicht nur Transferleistungsempfänger, sondern auch Niedrigverdiener und viele Mittelschichtshaushalte um preisgünstige Wohnungen konkurrieren. Solche methodischen und inhaltlichen Aspekte wurden unter anderem in der AG-Methoden-Sitzung im April 2013 diskutiert.

 

Eine Kurzfassung der Pestel-Studie steht hier zum Download zur Verfügung:

http://www.pestel-institut.de/images/18/Studie%20Sozialer-Wohnungsbau%2008-2012.pdf


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