Arbeitshilfe Wohnungsbedarfsprognosen/ Wohnungsnachfrageprognosen

Arbeitshilfe der AG Methoden im Forum KomWoB zum besseren Verständnis und zur Bewertung von Prognosen zum Wohnungsmarkt

Hintergrund

Mehrfach hat sich das Städtenetzwerk Forum KomWoB mit den Methoden von Wohnungsbedarfsprognosen und dem Umgang mit deren Ergebnissen beschäftigt. Entweder aus aktuellem Anlass, etwa wenn eine Teilnehmerstadt, eine Behörde, ein Ministerium oder ein Interessenverband eine neue Prognose veröffentlicht, auf die die Verwaltung gegenüber der kommunalen Politik mit einer Einschätzung reagieren muss. Oder ganz grundsätzlich, wenn es um das Mit-, Gegen-, oder Nebeneinander von Wohnungsmarktbeobachtung und Wohnungsbedarfsprognose geht.

Prognosen und Beobachtung

Bedarfsprognosen und Wohnungsmarktbeobachtung konkurrieren nämlich in gewisser Weise miteinander – nicht nur in ihrer Herangehensweisen, sondern auch in der Aufmerksamkeit der Fachöffentlichkeit: Die Marktbeobachtung möchte mit kontinuierlichem Informationsfluss eine dauerhafte Empfänglichkeit für das Thema Wohnen herstellen. Demgegenüber fördern Prognosen eher eine zyklische Aufmerksamkeit: Sie kommen in größeren Zeitabständen, aber mit mehr PR an die Öffentlichkeit, entfachen zunächst intensive wohnungspolitische Debatten und führen eventuell zu neuen Weichenstellungen.
Diese Weichenstellungen (finanzielle Förderprogramme, Baulandprogramme etc.) sind langfristig angelegt. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigen allerdings, dass sie, sobald die öffentliche Debatte abgeebbt ist, nicht mehr in Frage gestellt werden und einfach „weiterlaufen“. Das kann, wenn sich Wohnungsmarkttrends verändern, zu Fehlsteuerungen führen.

Die beiden Ansätze können sich jedoch ergänzen, wenn Prognosen als lediglich quantitatives Grundgerüst verstanden und von einer kontinuierlichen Wohnungsmarktbeobachtung ergänzt werden, die

  • die Berechnungsgrundlagen und Ergebnisse der Prognose laufend überprüft,
  • das quantitative Mengengerüst mit weiteren Informationen auffüllt
  • die Wirkung und Wirksamkeit der wohnungspolitische Instrumente regelmäßig evaluiert

Ziel der Arbeitshilfe

Zur Erfüllung dieser Anforderungen müssen die Wohnungsmarktbeobachter – in der Regel Mitarbeiter aus der Verwaltung – mit Prognosen umgehen können. Das heißt nicht, dass sie Prognosen selbst rechnen müssen. Sie sollen sie aber verstehen, bewerten und auch Politik und Verwaltung gegenüber erklären können.
So kam der Wunsch auf, die Diskussionsergebnisse aus dem Forum KomWoB systematisch aufzubereiten, zu vertiefen und daraus eine Arbeitshilfe zum Thema Prognosen zu entwickeln. Sie soll den Forumsteilnehmern dabei helfen,

  • die gängigen Prognosemodelle zu verstehen und zu vergleichen
  • unterschiedliche Ergebnisse (auch: vor-handener Prognosen) zu bewerten
  • die für die eigene Kommune passenden Modelle und relevanten Stellschrauben zu identifizieren
  • evtl. Ausschreibungen für die eigene Kommune zu formulieren und Angebote zu bewerten

Die Arbeitshilfe wird auf der Website komwob.de zur Verfügung stehen und soll laufend aktualisiert/ergänzt werden.

 


Materialien

PDF-Datei: Arbeitshilfe Wohnungsnachfrageprognosen PDF-Datei der Arbeitshilfe, Stand Jan. 2012