Wohnungsmarktregionen in Deutschland – Abgrenzung und Struktur funktionaler Wohnungsmärkte

Die aktualisierte Abgrenzungsmethode des InSiWo (Münster); Inhaltsangabe mit Links zur Langfassung

Überblick

Ergebnisse eines Forschungsprojekts im Auftrag der Wüstenrot Stiftung
Bearbeiter: Dr. Winfried M i c h e l s, Diplom–Volkswirt Christian O b e r s t
unter Mitarbeit von B.Sc. WI, B.Sc. VWL Norbert H i l l e r

Das Institut für Siedlungs‐ und Wohnungswesen der Universität Münster hat Deutschland auf Ebene der Kreise und kreisfreien Städte in Wohnungsmarktregionen aufgeteilt. Die Veröffentlichung enthält die umfangreiche Erläuterung der Methodik und die Ergebnisse in Form von Karten und Tabellen.

Für Nordrhein-Westfalen gibt es zusätzlich eine Regionalisierung auf Gemeindeebene (S. 71 ff.).

 

Auszug aus dem Fazit

Verlässliche Analysen des Angebotes und der Nachfrage auf dem Wohnungsmarkt setzen eine funktionale räumliche Aufteilung des Marktes voraus. Die vorliegende Untersuchung grenzt deshalb auf der Grundlage des kombinatorischen Fusionsalgorithmus AMOEBA funktionale Wohnungsmarktregionen ab. Sie sind kreisscharf und disjunkt, also überschneidungsfrei.

Datengrundlage sind die Wanderungsverflechtungen der Kreise und kreisfreien Städte für die Jahre 2000 bis 2008. Konkret werden als Indikator die familien– und wohnungsmarktorientierten Wanderungen (Altersgruppen „unter 18 Jahre“ und „30 bis 50 Jahre“) auf Kreisebene herangezogen. Entscheidungskriterium ist eine „Wanderungsverflechtungskennziffer“, die die internen Wanderungsflüsse eines Lebensraumes zu den externen Wanderungsflüssen in Beziehung setzt.

Die Grundidee des Verfahrens besteht darin, den Anteil der intraregionalen Wanderungsverflechtungen an der Gesamtwanderung zu maximieren bzw. den Anteil der interregionalen Wanderungsverflechtungen zwischen den gebildeten Wohnungsmarktregionen zu minimieren. Der räumliche Bezugsrahmen der Untersuchung sind die 413 Kreise (kreisfreie Städte und Landkreise) in Deutschland. Die Wanderungsdaten werden entsprechend in einer 413x413 Wanderungsverflechtungsmatrix abgebildet.

Für Deutschland werden 171 Wohnungsmarktregionen ermittelt. In ihnen findet etwa ein Drittel aller 11 Millionen erfassten Wanderungsfälle statt. Die Verflechtungsintensität der Wohnungsmarktregionen ist sehr unterschiedlich, wobei hohe Werte auf einen vergleichsweise geschlossenen regionalen Wohnungsmarkt hindeuten. 61 Wohnungsmarktregionen, die meisten davon in großflächigen Landkreisen im ländlichen Raum, bestehen aus nur einem Kreis.

Die Robustheit der gefundenen Wohnungsmarktabgrenzung zeigt sich darin, dass bei Verwendung alternativer wohnortorientierter Wanderungsdatensätze ähnliche Abgrenzungsergebnisse erzielt werden: Die räumlichen Überlagerungen der alternativen Wohnungsmarktabgrenzungen mit der Referenz‐Wohnungsmarktregion sind sehr stark; Abweichungen sind die Ausnahme. Nur bei den Bildungswanderungen und Arbeitsmarktwanderungen sinkt die Abgrenzungsgüte, was auf deren geringeren Wohnortbezug zurückzuführen ist und im Umkehrschluss die hier getroffene Auswahl des Verflechtungskriteriums „Familienwanderer“ bestärkt.

 

 


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